Kunstmuseum Bonn
53113 Bonn
Friedrich-Ebert-Allee 2

SICH SELBST BEI LAUNE HALTEN - Kunst der 70er aus der Schenkung Ingrid Oppenheim

Laufzeit: 30. April 2005 bis 14. August 2005

"Sich selbst bei Laune halten" kann als Motto gelten für die quirlige Köln-Düsseldorfer Szene aus dem Umfeld der Galerie von Ingrid Oppenheim im Köln der 70er Jahre. Sie alle eint der Protest gegen Kunst-Establishment und tradierten Kunstbegriff. Dabei liefern das noch junge Medium TV, die wachsende Bilderwelt aus Kino, Zeitschriften und Werbung mit ihrem Übergang von Dokumentation und Fiktion den Stoff für neue Inhalte und Methoden: Sigmar Polke und Christof Kohlhöfer scheuen nicht vor Kitsch und Comic, um in ihrer Malerei subversiv das Groteske des trivialen Alltags zu entlarven, wozu C. O. Paeffgen auf die Methode seiner simpel-frechen Ummalungen und Drahtumwicklungen setzt.

Mit Fotografie und Video betreiben Katharina Sieverding, Ulrike Rosenbach und Jürgen Klauke auf ganz unterschiedliche Weise eine rigorose Selbstbefragung, in exzessiven Inszenierungen des eigenen Ichs im Wechselspiel der Geschlechter: poetisch, aggressiv und voller Lust am zuweilen übermütigen Rollenspiel. Aus der alten Sehnsucht nach dem Orient entwirft Michael Buthe rauschhaft-farbige Gegenwelten, im Kontrast zur eher kargen Ästhetik der fotografischen Innenprojektionen von Imi Knoebel oder der Land Art-Diagramme des Amerikaners Dennis Oppenheim. 'Deutschland im Herbst', als vom Terror geprägtes bundesrepublikanisches Jahrzehnt der 70er und politischer Fond der Szene, wird schließlich in Werken von Stephan Runge und Marcel Odenbach nachhaltig reflektiert.

Die Galerie von Ingrid Oppenheim im Galeriehaus in der Lindenstraße war einer der unkonventionellsten Kölner Kunstorte jener Zeit. Hier gründete sie mit dem 'Oppenheim Studio' auch eine der weltweit ersten Videogalerien. Ingrid Oppenheim (1924 - 1986) gab 1980 ihre einzigartige Sammlung von Künstlervideos an das Kunstmuseum Bonn, 1989 folgte der Großteil ihrer umfangreichen Kunstsammlung als Schenkung. Die Ausstellung zeigt erstmals diesen schillernden Bestand an Malerei, Grafik, Fotografie, Objekten und allen Zwischenformen, ergänzt durch die erste Generation von Künstlervideos. Sie wirft damit ein Schlaglicht auf die Pioniere einer gesellschaftskritischen und multimedialen Bildproduktion und zugleich auf die Kunstszene der 70er Jahre im Rheinland.

In der Person von Ingrid Oppenheim liegt auch die Verbindung von Kunstmuseum Bonn und Videonale begründet. Die Übergabe ihrer Künstlervideos an das Museum hat die Entstehung der Videonale in Bonn entschieden mitbewirkt, ihre Schenkung das Haus den Neuen Medien verpflichtet. Der gemeinsame Eröffnungsabend feiert nicht nur die räumliche Anbindung der Videonale an das Museum, sondern versteht sich ebenso wie die Austellung auch als Hommage an die Person von Ingrid Oppenheim.

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