Scoti peregrini in St. Jakob
800 Jahre irisch-schottische Kultur in Regensburg

Laufzeit: bis 02. Februar 2006

Anderer Ausstellungsort:
Ehemaliges Schottenkloster St. Jakob, Jakobstraße 3, Zugang durch die Kirche

800 Jahre lang lebten mitten in Regensburg fremde Mönche, die die Geschichte Deutschlands und des Christentums mit ihrer Kultur bereicherten: die „Scoti Peregrini“, wie sich die Pilger aus Irland und Schottland nannten. Sie bauten im Mittelalter nicht nur die prächtige Basilika St. Jakob vor den Toren Regensburgs. Sie errichteten von da aus Abteien in Erfurt, Würzburg, Nürnberg, Eichstätt, Memmingen, Konstanz, Wien und auch in Irland – „Monasteria Scotorum“, die Schottenklöster. Das Erbe - prächtig verzierte Handschriften aus der Klosterbibliothek, Portraits der weithin berühmten forschenden Mönche und ihre eindrucksvollen Apparaturen für physikalische Experimente, in der Schatzkammer Werke großer Goldschmiedekunst – zeigt diese große Ausstellung. Das eindrucksvollste Exponat ist der Ort der Präsentation: Gotteshaus und Kreuzgang der ehemaligen Schottenabtei.

Die Ausstellung „Scoti Peregrini“ zeigt die reiche Geschichte der irischen und schottischen Benediktiner. 1075 gründete Marianus, Pilger von der grünen Insel, das Kloster Weih St. Peter südlich vor der Stadt Regensburg. Die Anfänge sind von Legenden umrankt. Aus dieser kleinen Keimzelle wuchs die Abtei St. Jakob, Mutterkloster für die irischen Niederlassungen in vielen Städten Deutschlands, in Österreich und auch in der irischen Heimat, auf dem „Rock of Cashel“.
Das Regensburger Schottenkloster war über Jahrhunderte bis zur Auflösung 1862 ein Zentrum der Bildung. St. Jakob brachte berühmte Söhne hervor: Nach Johann von Lamont, dem Erforscher des Erdmagnetfeldes, ist ein Mondkrater benannt. Den Philosophieprofessor Pater Andreas Gordon machten seine funkensprühenden Physikexperimente in ganz Europa bekannt. Ildephons Kennedy führte in München öffentliche Vorlesungen ein. Abt Benedikt Arbuthnot untersuchte das Gewitter als elektrisches Phänomen. Der spätere Abt Bernhard Stuart plante mit dem Schloß Leopoldskron einen der schönsten Rokokobauten Österreichs. Pater Gallus Robertson prägte moderne pädagogische Ideen.
Über Jahrhunderte wuchs eine umfangreiche Bibliothek mit mehr als 25 000 Bänden, darunter prachtvolle Handschriften und wissenschaftliche Literatur. Auf einem Ochsenkarren verlud der letzte Mönch von St. Jakob, Anselm Robertson, den wertvollen Teil des Archivs und der Bibliothek, um sie für ein Nachfolgekloster in Fort Augustus am schottischen Loch Ness zu bewahren.
Zeitzeugen aus Stein machen die Wirkungsstätten der „Scoti Peregrini“ lebendig. Die Kirche St. Jakob stammt in ihrer heutigen Form größtenteils aus der Zeit um 1150 bis 1200. Noch immer rätseln die Wissenschaftler über das reiche Figurenprogramm am berühmten Nordportal. Es gehört zu den großen Werken der deutschen Romanik. Denkmäler der Pilger und Gelehrten sind auch ihre Handschriften und Bücher: prachtvolle Codices und wissenschaftliche Werke aus der Klosterbibliothek. Die Ausstellung zeigt das Erbe der Pilger im Benediktinergewand. Wertvolle Schätze aus Schottland kehren für knapp drei Monate heim an ihren Entstehungsort. Urkunden und Graphiken, Reliquiare und Gemälde, Instrumente aus dem physikalischen Klosterkabinett und mittelalterliche Wiegendrucke gestalten ein Kaleidoskop der facettenreichen Geschichte – vom ersten Pilger des 11. Jahrhunderts bis zur Kirche St. Jakob als Station des Jakobswegs im 21. Jahrhundert. Geöffnet täglich von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr (an den Sonntagen 11. und 18. Dezember nur 14 bis 16 Uhr; geschlossen: 24. und 25. Dezember sowie 31. Dezember und 1. Januar; zusätzlich geöffnet: 26. Dezember und 2. Januar)
Weitere Informationen zum Begleitprogramm mit Vorträgen und Konzerten sowie zu Führungen unter www.bistumsmuseen-regensburg.de, Tel. 0941/59532-2530.

Katalog: Der vierfarbige Begleitband (312 S., ISBN 3-7954-1775-9) ist in der Ausstellung für 19,80 € erhältlich, im Buchhandel für 24,80 €.

Zur Museumseite: Diözesanmuseum Obermünster

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