62-95834 - Operation Joséphine - das FBI und Joséphine Baker

Laufzeit: 27. Mai 2006 bis 27. August 2006

Joséphine Baker, geboren am 3. Juni 1906 in St. Louis, Missouri, zählt zu
den berühmtesten und populärsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr
legendäres Bananen-Kostüm schrieb Tanzgeschichte, ihr Chanson "J'ai deux
amours" wurde zum Evergreen. Sie war die Königin des Charleston der
goldenen 1920er Jahre, die Diva der Folies-Bergère und des Casino de Paris.
Sie war der erste schwarze, international erfolgreiche Superstar des
20.Jahrhunderts.

Doch auch auf dem Höhepunkt ihrer Karriere machte Joséphine Baker
Erfahrungen wie diese: in einem Restaurant erklärt ein Gast an einem
Nebentisch, er wolle nicht mit Niggern in einem Raum sitzen, schwarze
Mitglieder ihrer Compagnie werden nicht in Hotels aufgenommen, nach einem
Auftritt werden sie und ihre Gäste in dem Prominentenrestaurant "Stork
Club" in New York demonstrativ nicht bedient. Erlebnisse wie diese prägen
sie und rufen immer wieder die Erinnerung an die bereits 1917 als Kind
erlebten Ausschreitungen gegen Schwarze in St. Louis wach.

Doch Joséphine Baker wehrt sich. Konsequent, indem sie lautstark im
Restaurant gegen Diskriminierung und rassistische Äußerungen protestiert
und Auftritte in Clubs, zu denen ein schwarzes Publikum keinen Zutritt
erhält, ablehnt. Ebenso konsequent, indem sie sich mit ihrer Popularität
und ihrem Vermögen für die schwarze Bürgerrechtsbewegung in den USA
engagiert.

Die USA befinden sich zu Beginn der 1950er Jahre in einer Art Schockstarre
- der Korea-Krieg hat Amerika paralysiert, die Russen sind im Besitz von
Atomwaffen und auch China wird als Bedrohung der Sicherheit der USA
empfunden. Angst und Ängstlichkeit steigern sich zur Hysterie in Politik
und öffentlichem Leben. Es ist die Ära von Joseph McCarthy, der als Senator
Künstler und Intellektuelle aber auch einfache Leute vor den Ausschuss für
unamerikanische Aktivitäten zitiert und kommunistischer Umtriebe bis hin
zur Spionage für die Sowjetunion verdächtigt.

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