Maximilian Liebenwein - Ein Jugendstilmaler zwischen München und Wien

Laufzeit: 02. April 2007 bis 07. Oktober 2007

Auf Europas längster Burganlage in Burghausen fällt gleich zu Beginn ein malerischer Turm auf. Bis 1802, als Burghausen eine der vier Regierungsstädte Bayerns war, diente er dem jeweiligen Forstmeister als Wohn- und Arbeitsstätte. Ab 1899 beherbergte der Turm den Maler, Zeichner und Illustrator Maximilian Liebenwein.

Die diesjährige große Sonderausstellung des Stadtmuseums Burghausen ist diesem weitge­hend unbekannt gebliebenem Künstler gewidmet – obgleich er 1900 bereits mit Giovanni Giacometti und Franz von Stuck in der Wiener Secession ausstellte. Maximilian Liebenwein, 1869 in Wien geboren, erfuhr seine Ausbildung an den Akademien der bildenden Künste in Wien, Karlsruhe und München 1887-1897. Eine große Bedeutung für ihn hatte der zu seiner Zeit berühmteste Tiermaler, Prof. Heinrich von Zügel. So präsentiert die Ausstellung aus dieser frühen Schaffensperiode eindrucksvolle Tierstudien.



1897 ließ sich Liebenwein als selbständiger Maler in München nieder. Anlässlich eines Besu­ches bei seinem Malerfreund und Kollegen Walter Ziegler entdeckte er Burghausen und zog bereits 1899 hierher. Zum ersten Besuch seiner Braut in Burghausen schuf er zusammen mit seinem Freund Paul Horst-Schulze einen Wandfries in dem heute nach ihm benannten Lieben­weinturm auf der Burg. Die mittelalterliche Burganlage wie überhaupt das Mittelalter und historisch-mythologische Themen bekommen in seinem künstlerischem Schaffen einen großen Stellenwert.

1909 übersiedelte der Künstler nach Wien, verbrachte die Sommer jedoch stets in Burghau­sen. Seit 1900 Mitglied der Wiener Secession, war er 1912 auch deren Vizepräsident. In die­sen Zeitraum fielen große offizielle Aufträge in Wien und Linz. Nach der Teilnahme am 1. Weltkrieg zog er sich wieder ganz nach Burghausen zurück. 1923 gehörte er mit Alfred Kubin zu den Gründungsmitgliedern der Innviertler Künstlergilde. Liebenweins Werke befinden sich in vielen großen Museen, darunter in der Albertina und in der Österreichischen Galerie Belve­dere in Wien oder in den Oberösterreichischen Landesmuseen in Linz, die 2006 dem Künstler eine große Retrospektive widmeten.



Die Burghauser Sonderausstellung präsentiert eine umfangreiche Werkschau mit über 300 Arbeiten Liebenweins im Stadtmuseum in der Hauptburg sowie in den ehemaligen Wohn­räumen des Künstlers im Liebenweinturm. Dabei gelingt ein eindrucksvoller Einblick in das äußerst vielseitige Schaffen des Künstlers, das von einem umfangreichen malerischen Œuvre über Zeichnungen, Buchillustrationen und Exlibris bis hin zu Möbelgestaltung reicht.

Zur Museumseite: Stadtmuseum Burghausen

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