Übergangsgesellschaft: Porträts und Szenen 1980-1990
Fotografien und Rauminstallation

Laufzeit: 10. Juli 2009 bis 11. Oktober 2009

Die Ausstellung „Übergangsgesellschaft. Porträts und Szenen 1980-1990“ zeigt Fotoarbeiten, die in den 80er Jahren in der DDR entstanden sind. Es sind Fotografien zu sehen, die poetisch und zugleich sezierend genau die Befindlichkeiten der Menschen in jenen Jahren darstellen: unpathetische Bilder eines Epochenumbruchs.

Bei der Bildauswahl ging es nicht primär um das Ereignis des Mauerfalls, die ihm vorangegangenen Demonstrationen oder um eine Dokumentation der Bürgerbewegung. Im Mittelpunkt stehen die tiefgreifenden atmosphärischen und politischen Veränderungen, die die kanonischen Bildregularien im Osten aufgebrochen haben und mit denen viele Künstler zu einer neuen Subjektivität vordrangen. Durch sie erst – so eine These der Ausstellung – wurden die Voraussetzungen für einen zivilen Widerstand gegen die Normen des Systems und seine ästhetischen Ausprägungen geschaffen. Somit erzählt die Ausstellung am Pariser Platz nicht die Heldengeschichte einer Revolte nach, vielmehr zeigt sie ein differenziertes Bild einer gesellschaftlichen Situation, die keinen anderen Ausweg hatte, als den der Selbstaufhebung.



Eingerichtet von dem Kunstkritiker und Akademie-Mitglied Matthias Flügge, präsentiert die Ausstellung Arbeiten von Kurt Buchwald, Arno Fischer, Frank Gaudlitz, Roger Melis, Helga Paris, Rudolf Schäfer, Erasmus Schroeter, Gundula Schulze Eldowy, Karin Wieckhorst, Ulrich Wüst u.a.



Der fotografische Teil der Ausstellung steht in enger Verbindung mit einer Rauminstallation von Thomas Heise, ebenfalls Akademie-Mitglied. Für die Installation montiert Heise Bild- und Tonmaterial, das er im Laufe der letzten 30 Jahre im Zuge seiner künstlerischen Arbeit gesammelt hat, zu einem Raum asynchroner Bilder, Alltagsbeobachtungen, fragmentarischer Abbildungen.


Die Ausstellung ist Teil des Programmschwerpunktes „Kunst und Revolte '89“, mit dem die Akademie in Fortsetzung der Programme zu '68 im vergangenen Jahr die Umbrüche um 1989 beleuchtet. Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung am 09. Juli findet ein Akademie-Gespräch statt. Veranstaltungen am 16. und 24. September sind Hans-Hendrik Grimmling und Wolfgang Hilbig gewidmet. Am 9. Oktober 2009 plant die Akademie eine Lange Nacht mit Lesungen, Diskussionen, Konzerten und Performances. Weitere Programmpunkte sind in Vorbereitung.

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