Rundfunkmuseum der Stadt Fürth
90762 Fürth
Kurgartenstr. 37

Sei auf Draht!

Laufzeit: 14. März 2010 bis 13. Juni 2010

Viele Tafeln, Bilder, Texte und Exponate bis hin zur Brieftaube sowie Modelle zum Ausprobieren geben im Rundfunkmuseum einen Überblick über die Nachrichtenübertragung bis hin zur drahtlosen Telegrafie ab etwa 1900.

Erstaunliches tritt hier zu Tage über den Einfallsreichtum der jeweiligen Erfinder, erklärlich, wenn man bedenkt, dass oft militärische Informationen den Inhalt bildeten. Schnelligkeit konnte da Leben retten, auch das Eigene. Der Marathonläufer ist hier eher ein unrühmliches Beispiel. Stafetten lösten deshalb die "Einzelkämpfer" ab. Optische Mittel wie Rauchzeichen, Feuer oder Flaggen gab es schon lange, bevor die französischen Brüder Chappe während der Französischen Revolution die optische Telegrafie auf eine neue Grundlage stellten. Türme mit Flügeltelegrafen durchschnitten zunächst Frankreich, dann viele andere Länder. 1794 brauchte ein Buchstabe auf den 270 km von Paris nach Lille nur zwei Minuten.
Schon liefen Versuche mit elektrischer und elektromagnetischer Telegrafie. 1840 erhielt Samuel
Morse ein Patent auf seinen Schreibtelegrafen mit einem Punkt- und Strichkode. Das war der
Durchbruch, auch wenn noch viele Verfeinerungen folgten. Und wo wurden die Telegrafenmasten
gesetzt? Natürlich entlang den rapide wachsenden Eisenbahnlinien, die gleichzeitig begannen, Städte und Kontinente zu verbinden. Die Eisenbahnlinie war der direkte Weg von A nach B, und reparieren ließen sich die Leitungen auch schnell, wenn mal ein Defekt auftrat.
Viel schneller als der Transport von Personen und Waren entwickelte sich so in enger Symbiose die
Nachrichtenübermittlung. Die Kaufleute machten bald den Militärs die alleinige Nutzung der Telegrafie streitbar. Die Texte konnten länger werden, zum Telegramm "Ich liebe dich" vergingen aber noch einige Jahrzehnte.
Der Physiker Steinheil gehörte zu den Pionieren der neuen Zeit in Deutschland. 1838 versuchte er,
die Schienen der Ludwigseisenbahn als Teil einer Telegrafenleitung zu verwenden. Das klappte erst, als Steinheil einen parallel zu den Schienen an Stangen geführten Draht als Hinleitung und die
Schiene als Rückleitung benutzte. Damit war die Erdleitung entdeckt - eines der Grundelemente der
Elektrizität erblickte so zwischen Nürnberg und Fürth das Licht der Welt. Und die Telegrafie erhielt
dadurch weitere wichtige Antriebe.

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