Bayerisches Armeemuseum
85049 Ingolstadt
Paradeplatz 4

Der Kampf um die Bürgerrechte
Afroamerikanische GIs und Deutschland

Laufzeit: 02. Februar 2011 bis 06. März 2011

Nach dem Zweiten Weltkrieg war in Deutschland das größte US-Truppenkontingent außerhalb der Vereinigten Staaten stationiert. Insgesamt haben fast 20 Millionen US-Staatsbürger als Soldaten, deren Familien oder als Armee-Zivilangestellte in Deutschland gelebt. Zwei bis drei Millionen dieser Menschen waren afroamerikanischer Abstammung.
Ihre Erfahrungen in Deutschland, aber auch ihr Beitrag zur Entwicklung der Bürgerrechte in den USA ist Thema eines preisgekrönten amerikanisch-deutschen Forschungsprojektes, das in ein weltweit verfügbares digitales Archiv mündet. Die zweisprachige Ausstellung „Der Kampf um die Bürgerrechte“ zeigt eine Auswahl eindrucksvoller Fotografien und Karikaturen aus diesem Archiv. Die Zeit in Deutschland,
wie sich der spätere US-Außenminister Colin Powell erinnert, brachte gerade für Afroamerikaner aus den Südstaaten „einen Atemzug der Freiheit“. Nach ihrer Rückkehr in die USA wollten sie Ungleichbehandlungen nicht mehr hinnehmen.

Die Ausstellung beleuchtet die Geschichte der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung aus einem völlig neuen Blickwinkel. Ausgerechnet im „Land der Mörder“ lernten die schwarzen amerikanischen Soldaten viel über den Rassismus im eigenen Land. Diese Erfahrung hatte maßgeblichen Einfluss auf die Bürgerrechtsbewegung in den USA.
Ein amerikanischer Soldat beschrieb seine Erfahrungen bei der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald mit den Worten: „Das Böse ist überall“. Und es sei hier in Deutschland „ähnlich“ wie zu Hause. Antisemitismus heiße zu Hause nur anders: Rassismus.
Die Ausgrenzung der Afroamerikaner in den USA äußerte sich auch darin, dass eigene Kompanien für Schwarze gebildet wurden. Während des Krieges trainierten, wohnten, aßen und kämpften „weiße“ und „schwarze“ Truppenteile in der so genannten segregierten US-Armee getrennt. Gerade in Deutschland jedoch lernten die rund eine Million schwarzen US-Soldaten, dass dies nicht so sein musste. Die von Schwarzen betriebene Zeitung Ebony schrieb im Oktober 1946: „Viele unter ihnen, speziell diejenigen aus dem Süden, erlebten erstmals die Freiheit, sich mit einer weißen Frau treffen zu können, ohne dafür bestraft zu werden ... Zu einer Zeit, als in den Südstaaten Lynchen noch üblich war, erschien Deutschland wie ein Hafen der Toleranz“.
Viele Soldaten erfuhren im Nachkriegsdeutschland eine Freiheit und Demokratie, die ihnen in ihrem eigenen Land verwehrt wurden. Zahlreiche GIs desertierten in den Osten, da sie glaubten im Sozialismus gebe es keinen Rassimus. In den USA selbst ging es um die Fragen: Warum können wir die deutschen Rassengesetze beseitigen, unsere eigenen aber nicht? Wie kann es sein, dass eine segregierte Armee versucht, die Deutschen zur Demokratie zu erziehen?
Der Besuch Dr. Martin Luther Kings Jr. in Berlin 1964, der Aufstieg der Black Power Bewegung sowie Solidaritätskampagnen in Ost und West intensivierten darüber hinaus die Zusammenarbeit mit der deutschen Studentenbewegung der 1960er Jahre. Gemeinsam kämpfte man gegen den vorherrschenden Rassismus sowohl im US-Militär als auch in der deutschen Gesellschaft.
Die Ausstellung greift die Erfahrungen der afroamerikanischen Soldaten auf und geht ihnen nach. Sie zeigt auf, wie der Militärdienst in Europa Auswirkungen auf die Bürgerrechtsbewegung in Amerika nahm und sie beeinflusste. Anhand zahlreicher Fotos wird die Bedeutung des besetzten Westdeutschlands für das Ringen um Gleichberechtigung in den USA verdeutlicht.

Eine Ausstellung des DHI Washington D.C. Die Ausstellung ist Teil eines Forschungsprojektes. Nähere Informationen finden Sie auf www.aacvr-germany.org

In englischer Sprache ist erschienen:
Maria Höhn / Martin Klimke, A Breath of Freedom: The Civil Rights Struggle, African American GIs, and Germany, 2010

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Kategorien:
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