Kunsthalle Schweinfurt
97421 Schweinfurt
Rüfferstraße 4

Wilhelm Kohlhoff

Laufzeit: bis 29. Mai 2011

Bereits wenige Jahre nach dem Tod von Wilhelm Kohlhoff setzte die bis in die Gegenwart anhaltende Wiederentdeckung des Malers ein. Er teilte damit das Schicksal zahlreicher zu Unrecht "vergessener" Künstler der sogenannten "verschollenen Generation" zwischen den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts, die erst seit etwa einer Generation von einem größeren Publikum erneut wahrgenommen und von der Forschung auf ihre Relevanz im Hinblick auf die Kunstgeschichte befragt werden.

Wilhelm Kohlhoff wurde 1893 in Berlin geboren und verstarb 1971 in Schweinfurt. Nach dem frühen Tod des Vaters begann Kohlhoff zunächst eine Lehre als Porzellanmaler an der Königlich Preußischen Porzellanmanufaktur. Da diese Ausbildung ihn wenig befriedigte, widmete er sich schon bald der Malerei, ohne hierfür je eine akademische Ausbildung zu erhalten. Zusammen mit Bruno Krauskopf und Harry Deierling richtete er sich 1912 ein Atelier in der Leonhardtstraße in Berlin ein und stellte 1914 erstmals auf der Großen Berliner Kunstausstellung aus. Er war Mitglied der Berliner Secession; bereits 1919 kauften staatliche Institute, Museen und Galerien sowie Künstlerkollegen wie Max Liebermann, Lovis Corinth, Leo von König oder Alfred Kubin Bilder und Zeichnungen Kohlhoffs. Wilhelm Kohlhoffs Ruhm hatte früh eingesetzt und bereits die Zeit etwa zwischen 1915 und den späten zwanziger Jahren sah den genialischen Autodidakten in Berlin im Spannungsfeld zwischen Impressionismus und Expressionismus auf der Höhe seines Schaffens. Mit den Kunstvorstellungen der braunen Machthaber mochte sich der Maler nicht anfreunden, aber ein Versuch, während der Nazi-Diktatur in die Türkei zu emigrieren, scheiterte. Am Ende des II. Weltkrieges fand er sich im oberfränkischen Hof wieder. Das gesamte künstlerische Frühwerk mit den Ateliers in Berlin und Bromberg zerstört, der Künstler heimatlos und entwurzelt. Hof und später die Industriestadt Schweinfurt haben Wilhelm Kohlhoff aufgenommen und ihn als Maler schätzen gelernt.

Die Museen und Galerien der Stadt Schweinfurt haben Wilhelm Kohlhoff in ihrer 1984 eröffneten "Galerie in der Alten Reichsvogtei" stets breiten Raum gegeben. Wenn 2011 eine vierte Einzelausstellung dem Schaffen dieses Künstlers gewidmet wird, dann spielt die Tatsache, dass der Maler in diesem Jahr vor genau 40 Jahren in Schweinfurt verstorben ist, eine eher nachrangige Rolle. Vielmehr soll es darum gehen im Rahmen des in der Kunsthalle Schweinfurt mit der Sammlung Joseph Hierling gesetzten Schwerpunkts auf die Kunst des Expressiven Realismus eine Einordnung von Wilhelm Kohlhoff in die deutsche Kunst des 20. Jahrhunderts zu versuchen.

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Kategorien:
Kunst | 20. Jahrhundert |  Ausstellungen im Bundesland Bayern | Ort:  Schweinfurt |
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