Im Angesicht der Moderne - Die Magie des Tanzes 1900 - 1932

Laufzeit: 07. Oktober 2011 bis 12. August 2012

Die Ausstellung von Thomas Thorausch und Klaus-Jürgen Sembach, die sich aus den reichhaltigen Beständen des Deutschen Tanzarchivs Köln speist, thematisiert in montageartiger Zusammenstellung von Dokumenten und Texten, Film- und Klangbeispielen das innovative Wirken der Tanzkünstler dieser Zeit und verdeutlicht damit auch den Zusammenhang von Utopie und Moderne sowie die Faszination, die von dieser Epoche des Tanzes auch auf Tanzkünstler von heute noch ausgeht. Die Schau wird begleitet von einem Rahmenprogramm mit Vorträgen, Gesprächen, Filmvorführungen und Lesungen sowie Führungen.

In den Jahren 1900-1932 brach eine junge Generation von Tänzern und Choreographen auf, sich weg vom tradierten Tanz, hin zu neuen, avantgardistischen Tanzformen zu bewegen. Wie nie zuvor zeigt sich der Tanz jener Jahre auf einmalige Art und Weise mit der bildkünstlerischen, literarischen und musikalischen Moderne verbunden. Die neue Ausstellung im Tanzmuseum "Im Angesicht der Moderne" lässt diese Entwicklung Revue passieren.

Den Startschuss zur Revolution des Tanzes in Deutschland gab eine Amerikanerin - Isadora Duncan. Doch im Jahr 1903 hätte wohl niemand gedacht, dass diese Tänzerin und das von ihr verfasste schmale Bändchen mit dem Titel "Der Tanz der Zukunft" die Tanzkunst derart verändern und die Welt des Balletts und der Tutus und Spitzenschuhe mit einem Mal nahezu vergessen machen würden. Der moderne Tanz der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts war von Choreographen und Tänzern geprägt, die jenseits des klassischen Balletts neue Ausdrucksformen suchten. Der "freie" Tanz irritierte und faszinierte die Zeitgenossen gleichermaßen. Maler, Bildhauer und Literaten wurden zu seinen leidenschaftlichen Fürsprechern und Propagandisten. Eingebunden in die kulturelle Vielfalt der 1920er Jahre erreichte der Tanz eine nie zuvor erreichte Popularität. Die in Folge der wirtschaftlichen Krise wachsenden gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen fanden nur vereinzelt ihren Widerhall auf der Tanzbühne. Die ausschließliche Konzentration auf das eigene künstlerische Schaffen und der enge Blick auf das individuelle Erleben im Tanz verstellte Tänzern und Choreographen oft den Blick auf die Realität der Gegenwart und erleichterte die Vereinnahmung des überwiegenden Teils der deutschen Tänzerschaft nach 1933 in das gesellschaftspolitische System des Nationalsozialismus.

Kategorien:
Kulturgeschichte | 20. Jahrhundert | Theater |  Ausstellungen im Bundesland Nordrhein-Westfalen | Ort:  Köln |
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