Visible Music That Anybody Can Listen To

Laufzeit: 30. Oktober 2012 bis 02. Dezember 2012

Die Ausstellung VISIBLE MUSIC vereint die erste deutsche Einzelausstellung von Milan Adamčiak, einem der bedeutensten slowakischen Künstler der Gegenwart, die Präsentation einer Auswahl der interessantesten grafischen Partituren von bildenden Künstlern und Komponisten aus Mittelosteuropa und eine dokumentarische Ausstellung über die Geschichte der experimentellen Musik in Mittelosteuropa der 60er bis 80er Jahre.
Das Projekt ist Auftakt und Teil des SOUND EXCHANGE FESTIVAL Chemnitz, das vom 15. - 18. November 2012 Musiker, Komponisten und Künstler aus Mittelosteuropa nach Chemnitz einlädt, um teils vergessene teils gefeierte Pioniere der experimentellen Musik wieder ins Bewusstsein zu bringen.

Im großen Saal der Neuen Sächsischen Galerie werden Arbeiten des slowakischen Künstlers und Musikers Milan Adamčiak, ausgewählt von Michal Murin (Bratislava), vorgestellt. Milan Adamčiak, geboren 1946, ist ausgebildeter Cellist, arbeitete jedoch von 1972 - 91 als Musikwissenschaftler an der Slowakischen Akademie der Wissenschaften in Bratislava. Bereits in den 1960er Jahren beschäftigte er sich mit experimenteller Poesie und musikalischer Grafik und war auch als Aktionskünstler tätig. 1974 nahm er an den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik teil. 1988 initiierte er die Entstehung der "Transmusik Comp." - ein offenes Ensemble für Musikperformances mit gefundenen und selbstgemachten (home made) Klangobjekten - und gründete 1990 zusammen mit Michal Murin und Peter Machajdík die "Gesellschaft für unkonventionelle Musik". In den letzten Jahren arbeitete er hauptsächlich als Performer und Installationskünstler. Die Ausstellung präsentiert grafische Partituren Adamčiaks aus den 1960er und 1970er Jahren, eine grafische Wandpartitur, die er speziell für die Galerie entwarf, die Installation MIKADO, die die Besucher zum Mitspielen einlädt, sowie einige neue Klangobjekte aus gefundenen Materialien.

Die Ausstellung grafischer Partituren von Künstlern und Komponisten aus Mittelosteuropa, kuratiert von Jozef Cseres aus Brno, erweitert das Spektrum von Werken visueller Musik und ihrer Protagonisten und entwickelt eine visuelle Polyphonie zum Werk von Milan Adamčiak. Der "Flora Zyklus" von Ernő Király (1919-2007), ist das Resultat der gezielten Suche eines Komponisten nach neuen Formen des musikalischen Ausdrucks. Die akustischen Zeichnungen von Milan Grygar (geb. 1926) sind genauso wie die Tuschezeichnungen auf Notenpapier von Dalibor Chatrný (1925-2012), die Zeichnungen von Pavel Rudolf (geb. 1943), die präzise geometrische Struktur der graphischen Partituren von Štěpán Pala (geb. 1944) oder die graphisch gestalteten konventionellen musikalischen Notationen von Sándor Győrffy (geb. 1951) Werke von Bildenden Künstlern, die mit dem Status Quo der grafischen Darstellungen nicht mehr zufrieden waren oder die von Hörerfahrungen inspiriert wurden. Auf der anderen Seite stellen die graphischen Partituren von Bronius Kutavičius (geb. 1932) und Wolfgang Heisig (geb. 1952) eine quasi natürliche Reaktion von Musikern auf die Begrenzungen des traditionellen Notensystems dar.

Im Foyer der Neuen Sächsischen Galerie schließlich wird die Dokumentationsausstellung "SOUND EXCHANGE - Experimentelle Musik in Mittelosteuropa" zu erleben sein. Diese Ausstellung, kuratiert von Melanie Uerlings, Carsten Seiffarth und Golo Föllmer, stellt individuelle künstlerische Positionen, regionale Gruppierungen und Strömungen experimenteller Musikkultur von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart in Mittelosteuropa vor. In Wort, Bild und Ton werden exemplarisch ausgewählte Protagonisten und ihre Werke in regionalem und historischem Kontext porträtiert.

Kategorien:
Kunst | Musik |  Ausstellungen im Bundesland Sachsen | Ort:  Chemnitz |
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