Historisches Museum Saar
66119 Saarbrücken
Schloßplatz 15

Aufgehobene Zeit. Archive als Schatzkammern der Geschichte

Laufzeit: 17. September 2013 bis 26. Januar 2014

Die Ausstellung "Aufgehobene Zeit" ist eine spannende Entdeckungsreise in die Welt der Archive. Das Historische Museum Saar und der Saarländische Archivverband laden dazu ein, auf dieser Entdeckungsreise besondere Schätze, aber auch Aufgaben und Funktionen eines Archivs näher kennenzulernen. Durch vier ansprechend gestaltete Themenräume führt die Ausstellung von den Anfängen des Archivwesens im Saarland bis in einen "Lesesaal", in dem man erfahren kann, wo und wie unsere Geschichte eigentlich geschrieben wird.

Die meisten Zeitgenossen haben eine eher diffuse Vorstellung davon, was ein Archiv ist.
Fast jeder weiß, dass dort wichtige Fakten über die Vergangenheit gespeichert werden, fast niemand weiß aber, wie es darin aussieht. Und kaum jemand ahnt, wie groß die Bedeutung von Archiven für das kulturelle Gedächtnis einer Gesellschaft wirklich ist.

Die Ausstellung beleuchtet zunächst exemplarisch die Anfänge und Besonderheiten des saarländischen Archivwesens: Bis 1918 war das heutige Landeshauptarchiv Koblenz für den damals preußischen Teil des Saarlandes zuständig, das heutige Landesarchiv Speyer für den bayerischen Teil. Zwischen 1920 und 1945 wechselte die archivische Zuständigkeit mehrmals. Erst am 27. April 1948 beschloss die Regierung des Saarlandes die Einrichtung eines Landesarchivs, das für das Saarland und seine Rechts- und Funktionsvorgänger zuständig ist.

Die Archivalien von Gemeinde-, Kreis-, Firmen- und Vereinsarchiven sowie Sammlungen und Nachlässe von Familien und Einzelpersonen werden im Landesarchiv aufbewahrt und in der Ausstellung mit ausgewählten Exponaten vorgestellt. So kam beispielsweise der eigenhändig geschriebene Lebenslauf Friedrich Joachim Stengels über den Nachlass seiner Urenkelin Clara Roesdorff-Salm ins Archiv. Die Ausstellung präsentiert zudem die Vielfalt der aufbewahrten Archivalien, von der mittelalterlichen Urkunde, über Akten, Karten, Tondokumente und Filme bis zu digitalen Datenträgern.

In einem "Lesesaal" wird deutlich, welche Bedeutung dem Archiv als Gedächtnisspeicher für die Geschichtsschreibung zukommt. Anhand der Biographie Heinrich Schneiders wird exemplarisch aufgezeigt, dass es jenseits von Ideologie und Meinung notwendig ist, Geschichte im Archiv zu überprüfen, um ein differenziertes Bild zu erhalten. Damit aber Geschichte geschrieben werden kann, müssen Archivare vielfältige Aufgaben erfüllen. Diese lernt man in der Ausstellung kennen, genauso wie mehr als hundert außergewöhnliche Objekte unseres kulturellen Erbes. Die wichtigsten von ihnen werden in einer Art Schatzkammer der Geschichte präsentiert. Zu den Schätzen zählen Objekte von augenfälliger Bedeutung und Schönheit wie der Freiheitsbrief für die Städte St. Johann und Saarbrücken (1322), ein seltenes Exemplar der berühmten Schedelschen Weltchronik aus dem Jahre 1493, eine Karte Lothringens und des Westrich von Martin Waldseemüller (1513), ein spätgotischer Zinnkelch (16. Jh.), das Liederbuch der Fürstin Sophie-Erdmuthe von Nassau Saarbrücken (um 1750), eine der größten Ferrotypien, die es weltweit gibt (1870) oder die älteste fotografische Panoramaansicht der Doppelstadt Saarbrücken-St. Johann aus dem Jahre 1874. Andere Objekte kommen eher unscheinbar daher und offenbaren Ihren Wert erst auf den zweiten Blick. So z.B. die maschinenschriftliche Verfassungsurkunde des Saarlandes vom 15. Dezember 1947 oder ein Schreiben des Rechtsanwalts Hans Folz an den Generalstaatsanwalt und späteren Ministerpräsidenten Heinrich Welsch, in dem er Ihn bittet, sich für die Begnadigung Willi Grafs einzusetzen.

So werden die Besucherinnen und Besucher je nach Fragestellung und persönlichem Interesse ganz unterschiedliche Objekte aus dem im Archiv bewahrten und in der Ausstellung präsentierten kulturellen Erbe als Kostbarkeit einstufen.

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