Figur & Gefäß - 100. Jubiläum der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Laufzeit: 12. März 2015 bis 25. Mai 2015

Es gehört zur Eigenart der BURG, dass sie im Verlauf ihrer wechselvollen Geschichte für die dort ausgebildeten und lehrenden Künstler selten eine Weggabelung bedeutete – eine Weggabelung zwischen Freier Kunst und Angewandten Künsten. Stattdessen sorgten Interdisziplinarität und eine gattungsoffene Arbeitsatmosphäre für die Möglichkeit, mit dem künstlerischen Werk zwischen den beiden andernorts oft um scharfe Abgrenzung zueinander bemühten Bereichen der Freien Kunst und der Angewandten Künste zu oszillieren. Diesem Pendeln zwischen den Sphären, deren Trennung vor allem für den deutschen Sprachraum charakteristisch ist, widmet sich die Kabinettausstellung Figur & Gefäß.

Anlass der Ausstellung ist das Jubiläum, mit dem die Hochschule für Kunst und Design in Halle, die BURG, in diesem Jahr auf ihr 100jähriges Bestehen zurückblickt. Ein Jubiläum bietet die Gelegenheit zum Rückblick. Für Magdeburg liegt es nahe, in den eigenen Sammlungen nach Zeugnissen zu schauen, die die Geschichte illustrieren. So verbinden sich die Biografien der ausgewählten Künstler als Studenten oder Lehrkräfte mit der BURG. Dabei stehen sie stellvertretend für nicht wenige weitere Namen und auch für Vertreter anderer Kunstgattungen in den Sammlungen.
Die reiche Zahl an Werken von BURG-Künstlern im Magdeburger Museumsbesitz illustriert den Stellenwert der Hochschule. Zumeist wurden die Stücke kurz nach ihrer Entstehung erworben. Damit verband sich die Erwartung, dass sie in die Kunstgeschichte eingehen und auch später noch ihre Bedeutung haben werden. Allerdings bezeugt diese Ausstellung nur fünf Jahrzehnte der Geschichte der BURG, die Phase, aus welcher sich besonders viele Beispiele in den Kunst- und kunsthandwerklichen Sammlungen des Kunstmuseums und des Kulturhistorischen Museums in Magdeburg befinden, in den 1970er und 1980er Jahren.
Beziehungen zwischen der Figur und dem Gefäß stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Dies spielt an auf die gattungsoffene Ausbildung an der BURG, die hier stets zu Begegnungen und Durchdringungen zwischen angewandtem und freiem künstlerischen Unterricht führte, im Gegensatz zu anderen Hochschulen. Oft lassen sich die Werke nicht eindeutig kunsthandwerklich oder frei-künstlerisch kategorisieren, wobei die Offenheit eine für die BURG charakteristische Vielfalt in! der Bez iehung aus Material, Form und Oberfläche ermöglicht. Teils sind die ausgestellten Beispiele beides, Figur & Gefäß.
Aus heutiger Sicht wirkt der Ausdruck und Selbstanspruch mancher Werke recht gebunden und kleinformatig, was nicht der damaligen Sicht entspricht. Diese Nähe zum Betrachter wurde gesucht. Wenngleich nicht radikal, so übertreten diese Künstler mit ihren Werken dennoch die formelhaften Grenzen zeittypischer Erwartungen. Ihre poetische Originalität war damals ein Ausdruck für subjektiven Freiraum, was unverkennbar geblieben ist.

Künstler: Ute Brade, Wilfried Fitzenreiter, Johann-Peter Hinz, Lutz Holland, Gertraud Möhwald, Antje Scharfe, Hans-Joachim Schirrmeister, Gustav Weidanz

Kategorien:
Kunst | 21. Jahrhundert |  Ausstellungen im Bundesland Sachsen-Anhalt | Ort:  Magdeburg |
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