Going West! Der Blick des Comics Richtung Westen

Laufzeit: 18. Oktober 2015 bis 21. Februar 2016

Reißerische Erzählungen über die Landnahme des amerikanischen Westens dominierten die Unterhaltungsbranche des späten 19. Jahrhunderts. Buffalo Bill tourte mit seinem Western-Zirkus durch die US-Metropolen und Westeuropa. Und der erste Spielfilm mit dramaturgischer Handlung, „Der große Eisenbahnraub“, war 1903 ein Western.

Mit der alltäglichen Realität hatte all das wenig zu tun, denn die Neubesiedlung hatte einen ernsten Hintergrund: Die Ostküstenmetropolen platzen aus allen Nähten und die Versorgung mit Nahrungsmitteln ist desolat. Eine Expansion nach Westen erscheint überlebenswichtig. Dass der Mythos Wilder Westen davon nicht erzählte, war Programm. Zum einen dürstete das Millionenheer der Arbeiter in den Großstädten in ihrer kargen Freizeit nach Unterhaltung, zum anderen galt die Landnahme im Westen der als offensichtliche Bestimmung des weißen christlichen Amerikaners.

Trotz seiner immensen Popularität in Film und Unterhaltung spielt der Wilde Westen in den Comicstrips des frühen 20. Jahrhunderts eine untergeordnete Rolle: Er taucht höchstens als imposante und wilde Kulissen auf, seine Ureinwohner als anonymer und blutrünstiger Haufen Wilder.

Diese Stimmung ändert sich in den 1920er-Jahren und es entsteht mit dem Western-Comic ein ganz eigenes Genre. Die Künstler der neuen Generation kennen die Indianer, ihre Traditionen und die Landschaft aus eigener Anschauung – der Western wird zu einem Boom-Genre von nicht erwartetem Ausmaß. Zu Beginn der 1930er-Jahre entdecken dann auch die Vertreter des europäischen Comics den amerikanischen Westen, allen voran der Zeichner Hergé. Nicht zuletzt durch seine Erfolge etabliert sich der Comic von Belgien aus in Europa. Die Magazine im franko-belgischen Raum schießen wie Pilze aus dem Boden.

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Kunst | Kinder | Europa |  Ausstellungen im Bundesland Niedersachsen | Ort:  Hannover |
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