Berliner Secession und Russisches Ballett: Ernst Oppler

Laufzeit: 11. März 2017 bis 28. Januar 2018

Anlässlich des 150. Geburtstags des "Tanzmalers" Ernst Oppler (1967-1929) zeigt das Deutsche Tanzarchiv Köln erstmals eine umfassende Retrospektive der Arbeiten mit Tanzbezug aus seinem bedeutenden Nachlassbestand Opplers.
Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt dabei auf dem nie zuvor gezeigten zeichnerischen Werk. Oppler hat nicht wie andere Maler die Tänzer pausierend ("au repos") oder in einer gehaltenen Pose im Atelier gezeichnet, sondern bei Proben und Aufführungen auf der Bühne: während des Tanzens. Er erfand sich für den dunklen Zuschauerraum einen beleuchteten Zeichenstift. Seine Skizzen zeigen Ballett und Tanz in der Authentizität der Bewegung. Anschließend sind viele der Skizzen in Radierungen und Gemälden künstlerisch "weiterverarbeitet" worden.

Die Ausstellung zeigt u.a., wie Ernst Oppler, zu dieser Zeit bereits ein gefragter Porträtist der Gesellschaft, als Mitglied der Berliner Secession 1909 durch eine einzige Vorstellung des Kaiserlichen Russischen Balletts mit seinem Star Anna Pawlowa zum überzeugten Ballettliebhaber und -maler wurde. Die von der Secession veranstaltete geschlossene Aufführung für Mitglieder und die Presse war der Auftakt zu einer großen Anzahl von Auftritten des Kaiserlichen Russischen Balletts und dann der Ballets Russes des Serge Diaghilew in Berlin. Oppler hatte jahrelang die Möglichkeit, die Tänzer bei der Arbeit zu zeichnen und wohnte auf Einladung von Harry Graf Keßler beispielsweise den Proben zur Uraufführung der "Josephslegende" von Richard Strauß 1914 in Paris bei.

Zum Kreis der von Oppler Dargestellten gehören nicht nur die namhaftesten Solisten russischer Herkunft wie Anna Pawlowa, Waslaw Nijinsky, Tamar Karsavina, Adolph Bolm, Michail Fokine, Léonide Massine, der Impresario Serge Diaghilew etc., sondern auch andere Tänzer in den 1910er und 1920er Jahren wie Josephine Baker, Leni Riefenstahl, La Argentina oder die Sacharoffs.

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