Stadtmuseum Schwandorf
92421 Schwandorf
Rathausstraße 1

Technik der Vorzeit – Archäologie im Experiment

Laufzeit: 17. März 2017 bis 04. Juni 2017

Das Stadtmuseum Schwandorf präsentiert vom 17. März bis 4. Juni 2017 eine spannende Sonderausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Grabungstechniker Lothar Breinl und dem Landesamt für Denkmalpflege entstand. Sie macht für große und kleine Ausstellungsbesucher Geschichte anschaulich und erlebbar, wobei sie zu den Anfängen der Technik der Vorzeit zurückführt. Grau ist alle Theorie – und manchmal auch irrig. Wer weiß, ob die erforschte Theorie auch in Wirklichkeit funktioniert? Man unternimmt daher einen Versuch, überprüft Theoretisches in seiner praktischen Handhabung.

Und genau dies kann der Besucher der Sonderausstellung „Technik der Vorzeit – Archäologie im Experiment“ erfahren und bei entsprechenden Aktionstagen auch live miterleben. Sie lässt die interessierte Öffentlichkeit, vor allem auch Kinder und Jugendliche, in die Welt der Steinzeit bzw. Vor- und Frühgeschichte eintauchen, indem sie hierzu viel Spannendes vermittelt und auf interessante Fragestellungen plausible Antworten sucht: Wie lange dauert es wirklich, um mit Hilfe einer Steinaxt aus einem Baumstamm einen Einbaum herzustellen? Wie lange brauchen wir mit einem jungsteinzeitlichen Bohrer, um eine Muschelperle zu durchbohren? Gelingt es tatsächlich, mit Steinen und Zunderschwamm einen Funken überspringen zu lassen und ein Feuer zu entfachen? Welche Bestandteile sind für ein „Feuerzeug der Vorzeit“ denn überhaupt nötig? Dies sind nur ein paar Fragen, auf die in der Ausstellung Antworten gegeben werden. Anschauliche Bildtafeln, erklärende Texte und der historischen Realität entsprechende Exponate zeigen dabei die Herstellungsvorgänge verschiedenster vorgeschichtlicher Gegenstände, wie beispielsweise Pfeilspitzen aus Feuerstein, vom Rohmaterial bis zum Endprodukt.
Schwerpunkte der präsentierten Sonderschau sind dabei steinzeitliche Handwerkstechniken wie die Steinschlag- und Steinschlifftechnik zur Erzeugung von Jagdwaffen oder Werkzeugen, der Bootsbau zur Fertigung von Einbäumen oder das Formen und Brennen von Keramik. Gezeigt wird die Herstellung von Schmuckgegenständen aus Muscheln oder Schnecken und Haarkämmen aus Hirschhorn. Ebenso wird auf die jungsteinzeitliche Textilanfertigung mit Hilfe von Spinnwirteln und Webrahmen eingegangen und anschaulich erklärt, dass es schon in der Steinzeit einen „Alleskleber“ gab, nämlich das Birkenpech.
Die Ausstellung möchte dazu beitragen, die außergewöhnlichen handwerklichen Leistungen und Möglichkeiten einer Zeit herauszustellen, in der Metall als Werkstoff noch unentdeckt und unbekannt war. Viele der Erkenntnisse, die in archäologischen Experimenten gewonnen wurden, werden in dieser Sonderausstellung thematisiert. Dabei wird nicht nur auf die korrekte Vermittlung von kulturgeschichtlichem Wissen Wert gelegt, sondern es soll ebenso ein lebendiges und authentisches Bild des Lebens unserer Vorfahren entstehen.

Vorführungen vorgeschichtlicher Handwerkstechniken im Rahmen von archäologischen Ausstellungen oder Aktionstagen wecken immer wieder ein großes Interesse bei Kindern im Schulalter. Daher möchte die Sonderschau im Stadtmuseum Schwandorf gerade diesem interessierten Publikum die Möglichkeit bieten, frühe Geschichte live zu erleben.
Gemeinsam mit Lothar Breinl vom Landesamt für Denkmalpflege bietet daher das Stadtmuseum Schwandorf an, in Zusammenarbeit mit Klassenlehrern oder Lehrern der Fächer Geschichte, Biologie, Textilarbeit, Werken etc. die Handwerkstechniken unserer vorgeschichtlichen Vorfahren und deren Materialien kennenzulernen, ihre Funktionsweise zu überprüfen und die Herstellungstechniken wenigstens teilweise selbst zu erproben. Es kann daher nach vorheriger Anmeldung ein Projekttag im Stadtmuseum Schwandorf durchgeführt werden, dessen Dauer und Ablauf mit den einzelnen Schulklassen bzw. Lehrkräften abgestimmt wird. Dabei wird zunächst in einem Kurzvortrag den Kindern entsprechendes Hintergrundwissen vermittelt, um einen Bezug zu den steinzeitlichen Handwerkstechniken und Materialien herzustellen.
In allen praktischen Experimenten werden die Kinder nach Möglichkeit direkt miteinbezogen und sie erleben hautnah, wie sich steinzeitlicher Ton anfühlt, wie scharf Feuersteinklingen schneiden können oder wie mit Hilfe von Feuerstein und Pyrit der Funke überspringt... Genaueres dürfen Sie gerne über das Team des Stadtmuseums Schwandorf erfragen. Neben Schulklassen können sich hierfür auch Kinder- und Jugendgruppen etc. anmelden.

Zur Museumseite: Stadtmuseum Schwandorf

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