Albert Speer in der Bundesrepublik

Laufzeit: 28. April 2017 bis 26. November 2017

Albert Speer war im Nürnberger Prozess zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Nach seiner Entlassung im Jahre 1966 inszenierte sich der einstige Rüstungsminister und enge Vertraute Adolf Hitlers als geläuterter Zeitzeuge des Nationalsozialismus, der von den Verbrechen des Regimes nichts gewusst haben will. Die Ausstellung entlarvt diese Behauptung als geschickt konstruierten Mythos, der im Nachkriegsdeutschland nur allzu bereitwillig akzeptiert wurde.

Als der Kriegsverbrecher Albert Speer am 1. Oktober 1966 aus dem Gefängnis in Berlin-Spandau entlassen wurde, waren über tausend Schaulustige gekommen und dutzende Mikrophone und Kameras aus aller Welt auf ihn gerichtet. Dies war der Beginn seiner "zweiten Karriere" als scheinbar geläuterter Zeitzeuge des Nationalsozialismus.

Speer war in der NS-Zeit als erster Architekt des Reiches verantwortlich für Großprojekte wie das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg und die Umgestaltung Berlins. Er zählte zu Hitlers engsten Vertrauten, 1942 wurde er Rüstungsminister. 1946 verurteilten ihn die Alliierten im Nürnberger Prozess zu zwanzig Jahren Haft. Nach seiner Entlassung konnte Speer durch zahlreiche Interviews und Publikationen seine bei Kriegsende entworfene und weiter ausformulierte Legende in die Öffentlichkeit tragen: Er hätte von den NS-Verbrechen nichts gewusst und sei, von der Aura Hitlers verführt, in Krieg und Judenmord unbeteiligt hineingeraten.

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