Karl Georg Pfahler zum 75. Geburtstag

Laufzeit: 16. September 2001 bis 11. November 2001

Die Ausstellung zeigt mit 48 Arbeiten aus den Jahren 1959 bis 2001 retrospektiv die
Entwicklung der Farbfeldmalerei bei Pfahler. Eckpunkte dieses über vier Jahrzehnte reichenden
Schaffens des Franken in Stuttgart sind die frühen Bilder, die noch an den Einfluss von Willi
Baumeister erinnern, und aus den letzten Jahren die Palaverhäuser und die davon abgeleiteten
Pallavbilder.

Pfahlers Malerei ist realistisch, nicht unbedingt in traditioneller Vorstellung, denn
seine Realität ist der Gegenstand Farbe.


Ende der 50er Jahre setzt er seine Farbflächenbilder gegen das vorherrschende
Informel. Er gehört zu den ersten deutschen Nachkriegskünstlern, die seriell und
großformatig arbeiten. Seine Bilder mit den ?runden Ecken? werden in den 60er
Jahren zum Markenzeichen der Stuttgarter Schule. Die amerikanische Hard
Edge-Malerei hat in Georg Karl Pfahler ihr einziges deutsches Pendant. ?In seinen
Bildern nimmt er den Betrachtern die Chance, anhand von Formen eine Räumlichkeit
aufzubauen, indem er jegliche Möglichkeit illusionistischer Assoziation ausschaltet.
Prägnante Formen, die Anlaß zu räumlicher Assoziation geben könnten, werden
vermieden, was zu formalen Lösungen wie den ?abgerundeten Ecken? führt. Für
seine Arbeiten gilt damit: Indem er die Prägnanz der Form unterbindet, kann die Farbe
ihre Prägnanz, d.h. ihre eigene Charakteristik und Räumlichkeit entwickeln. Die Farbe
erhält in der Folge die Möglichkeit, ihre räumlichen Qualitäten im dynamischen
Wechselspiel von Nähe und Ferne zu entfalten, d.h. eine Logik zu entwickeln, die sich
aus den jeweiligen Farbverbindungen ergibt. Nur diese bestimmt subjektiv ihren
Standort im Verhältnis zueinander und zum Betrachter selbst. So kann die Farbe
nach vorne in den Raum treten. Pfahlers Malerei leistet damit einen ganz eigenen,
europäischen Beitrag zur internationalen Avantgarde seit den 60er Jahren, der in
seiner Fragestellung konkreter Malerei nahe steht, in seiner bildnerischen
Formulierung dem ?nonrelational? der US-Amerikaner verwandt ist.

Kategorien:
Kunst | Zeitgenössische Kunst |  Ausstellungen im Bundesland Sachsen | Ort:  Chemnitz |
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