Ein Dom zum Anfassen

Laufzeit: 25. Oktober 2017 bis 21. Januar 2018

18 Museen im Kleinen sind seit heute im Museum in der Kaiserpfalz des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Paderborn zu sehen. Zum 1.000-jährigen Jubiläum der Bartholomäuskapelle und zum 950-jährigen Weihejubiläum des Paderborner Doms zeigen Kunststudierende der Universität Paderborn in der Ausstellung "Ein Dom zum Anfassen - Museumskoffer für Paderborn" ihre Interpretation bedeutender westfälischer Kulturdenkmäler. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet und steht im Zeichen der UNESCO-Welterbebildung und des UNESCO Memory of the World Programme.

Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender, Professorin für Kunst, Malerei und Didaktik der Universität Paderborn, und ihre Studierenden folgen mit der Ausstellung "Ein Dom zum Anfassen" einer gemeinsamen Einladung des Museums und des Paderborner Domkapitels, unterstützt durch die Stadt Paderborn. "Das Ergebnis sind erstaunliche Objekte, die durch ganz neue Sehweisen und Inszenierungen Annäherungen an die unterschiedlichen Facetten der Dom-Geschichte ermöglichen", erklärt Kroker. "Jeder Museumskoffer ist ein Kunstwerk", sagt Ströter-Bender.

Bestehend aus vielen historischen und modernen Gegenständen sprechen die 18 Museen im Kleinen sowohl Erwachsene als auch Kinder an. Ihre bunte Materialität und ansprechende Darstellung laden zum interkulturellen und generationenübergreifenden Austausch ein.

In Vorbereitung auf das Projekt gingen die 18 Studierenden zunächst auf Entdeckungsreise durch die Stadt, um sich von den echten Paderborner Kulturdenkmälern inspirieren zu lassen. Das Ergebnis: Alina Behrens stellt mit ihrem traditionell konzipierten Museumskoffer die bewegende Geschichte der Dom-Glocken und ihrer Neugestaltung nach dem Zweiten Weltkrieg vor. Miriam Hild und Jana Welzel widmen sich der vielschichtigen Baugeschichte des Paderborner Doms. Andere Museumskoffer haben die Heiligen Liborius und Meinolfus, die Engel und die Marienverehrung zum Thema.

Auch die weniger bekannte Geschichte der Bartholomäuskapelle als Ankleideraum des Königs im Mittelalter oder die heute verschwundene Roms-Kapelle nahe dem Paderborner Bahnhof wurden künstlerisch neu gestaltet. Als weitere Gäste begleiten Museumskoffer zum Kloster Corvey, zum Kloster Dalheim und zu den frühchristlichen Mosaiken in Rom die Ausstellung.

"Jeder einzelne Museumskoffer verfolgt das Ziel, die Bedeutung und Reichhaltigkeit des kulturellen Erbes durch ungewöhnliche und vielschichtige Maßnahmen zu vermitteln und mit allen Sinnen erfahrbar zu machen", erläutert Ströter-Bender. Dabei sei jedes Stück ein Unikat, dessen historische Themenbezüge mit Sammlungsstrategien, Materialkonzepten und traditionellen wie aktuellen Medien der Kunst verknüpft würden.

Das Paderborner Museumskofferprojekt wurde mehrfach ausgezeichnet und ist mit der UNESCO-Welterbebildung und mit dem UNESCO Memory of the World Programme verbunden. In den vergangenen Jahren erfolgten zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. 2010 und 2015 waren die Museumskoffer als internationales Bildungsprojekt im UNESCO-Hauptgebäude in Paris zu sehen. Das kunst- und museumspädagogische Konzept der Museumskoffer gehört seit 15 Jahren zum Lehr- und Forschungsprogramm des Kunstpädagogik-Studiums an der Universität Paderborn. Es besitzt bundesweit Modellcharakter und wurde von Ströter-Bender initiiert.

Die Ausstellung "Ein Dom zum Anfassen" ist neben der veränderten Dauerausstellung "Der König baut!" noch bis zum 21. Januar 2018 im Museum in der Kaiserpfalz zu sehen. Sie wird begleitet durch ein buntes Rahmenprogramm aus Führungen und Mitmachaktionen. Öffentliche Führungen durch beide Ausstellungen finden jeden Sonntag um 15 Uhr statt. Musemspädagogische Programme werden gesondert angekündigt.

Zur Museumseite: Museum in der Kaiserpfalz

Kategorien:
Architektur |  Ausstellungen im Bundesland Nordrhein-Westfalen | Ort:  Paderborn |
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