Leopold-Hoesch-Museum
52349 Düren
Hoeschplatz 1

Ruth Baumgarte und das Wirtschaftswunder. Farbrausch am Kessel

Laufzeit: 11. März 2018 bis 06. Mai 2018

Ruth Baumgarte ist eine der wenigen Frauen in der Geschichte des Industriebildes, die sich künstlerisch mit den Themen Technik und Arbeit auseinandergesetzt hat. Das Hoesch-Museum Dortmund präsentiert vom 11. März bis zum 6. Mai 2018 die Ausstellung „Ruth Baumgarte und das Wirtschaftswunder. Farbrausch am Kessel“. Die Schau umfasst ca. 60 künstlerische Einzelwerke – Aquarelle, Zeichnungen und Gemälde – der Künstlerin aus den 1940er bis 1970er Jahren zu Industrie und Arbeit. Das Gros der Arbeiten entstand zwischen 1952 bis 1968.

Ruth Baumgarte fertigte ihre Werke direkt vor Ort an. Ihr Auge erfasst nicht nur die Raumdimensionen der Schwerindustrie, sondern auch technische Details und Arbeitsabläufe. In ihren Porträts setzt sie dem Arbeiter ein Denkmal, indem sie Entbehrungen und Stolz festhält. Ein Kennzeichen ihrer Arbeiten ist die ausdrucksbetonte, teils expressive Farbigkeit sowie Farbflächen und Formen, die bis ins Abstrakte gehen. Obwohl sich der umgebende Raum dabei zuweilen auflöst, wirkt der Mensch dabei nie verloren, sondern lebendig und würdevoll. Teils malerisch, teils grafisch dokumentiert Baumgarte bis in die späten 1960er-Jahre ein Stück deutsche Nachkriegsgeschichte und setzt vor allem den Arbeitern dieser Zeit ein sensibles, unpathetisches Denkmal.

Die in Berlin aufgewachsene Künstlerin kam durch ihren zweiten Ehemann, den Bielefelder Fabrikanten Hans Baumgarte, damaliger Eigentümer eines prosperierenden Unternehmens im Kessel- und Apparatebau, Anfang der 1950er-Jahre mit der Stahlindustrie in Berührung. Als eine der wenigen Frauen in der Kunstgeschichte porträtierte sie fortan immer wieder Menschen im Kontext industrieller Produktion. Sie starb 2013 in Bielefeld.

Die Schau im Hoesch-Museum wurde durch das Köln-Darmstädter Architekturbüro KatzKaiser gestaltet. Die Ausstellung bettet die Werke ein in den zeitgeschichtlichen Kontext, den materiellen und politischen Wiederaufbau der Bundesrepublik Deutschland. Kuratoren sind der Wirtschaftshistoriker Prof. Hanno Sowade (Haus der Geschichte Bonn) und die Weimarer Kunsthistorikerin Dr. Sandra Mühlenberend. Begleitend erscheint eine 168 Seiten starke Buchpublikation im Wienand Verlag Köln.

Zur Museumseite: Leopold-Hoesch-Museum

Kategorien:
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