Verschwörungstheorien – früher und heute

Laufzeit: 18. Mai 2019 bis 22. März 2020  

Fand die Mondlandung nur im Filmstudio statt? Lenken die Freimaurer die Geschicke der Welt? Und sollen uns Kondensstreifen am Himmel vergiften? Verschwörungstheorien sind ein wiederkehrendes Phänomen in der Geschichte der Menschheit. Auch heute, im schnelllebigen Zeitalter von „alternativen Fakten“, greift der Glaube an vermeintliche Verschwörungen vermehrt um sich. Doch was macht die Faszination dieser Theorien aus? Wie abwegig sind sie? Und wer steckt dahinter?

In einer einzigartigen Sonderausstellung geht die Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur der Entstehung, Funktion, Wirkungskraft und Verbreitung von Verschwörungstheorien auf den Grund. Zwischen Fakt und Fiktion begegnen Besucherinnen und Besucher auf ca. 1.200 Quadratmetern Ausstellungsfläche exklusiven Gemeinschaften, geheimem Wissen, verdeckten Machenschaften sowie Mythen und Wahrheiten aus der Welt der Verschwörungstheorien.

Die Ausstellung „Verschwörungstheorien – früher und heute“ nimmt die Besucherinnen und Besucher in dem ehemaligen Kloster Dalheim mit auf eine Reise durch die Verschwörungsgeschichte. Im Mittelalter prägt der Teufelsglaube das Verschwörungsdenken: Hexen, religiöse Minderheiten wie Juden aber auch die mächtige Ordensgemeinschaft der Templer gelten als Verbündete des Teufels, die dem Christentum Schaden zufügen wollen. Im 18. Jahrhundert – dem Zeitalter der Aufklärung – sehen manche Verschwörungstheoretiker in Freimaurern und Illuminaten die Drahtzieher der Französischen Revolution, die zu politischen und sozialen Umwälzungen in ganz Europa führt. Eigene Rituale und Symbole sowie exklusives Wissen lassen diese Geheimgesellschaften bis heute verdächtig erscheinen. Welchen Einfluss das Verschwörungsdenken auf politische Ideologien haben kann, zeigt die jüngere Geschichte: Während unter Adolf Hitler die „jüdische Weltverschwörung“ propagiert wird, nutzt Josef Stalin Verschwörungstheorien als Instrument seines Machterhalts. Im Kalten Krieg (1947–1989) spiegelt sich die Konfrontation der Supermächte nicht zuletzt in Gerüchten über kommunistische Agenten und schädliche Kartoffelkäfer wider.

Bis heute haben Verschwörungstheorien ihren Stellenwert und ihre Anziehungskraft nicht verloren. Im Gegenteil – der schnelle Informationsfluss der neuen Medien scheint ihre Vielfalt und Verbreitung zu begünstigen. Einige der populärsten Verschwörungstheorien drehen sich um die Anschläge vom 11. September 2001 und decken die vermeintlich wahren Verantwortlichen des Unglücks auf. Anhänger der Chemtrail-Verschwörung glauben an eine systematische Vergiftung durch Kondensstreifen am Himmel, und die Reichsbürgerbewegung stellt sogar die Existenz der Bundesrepublik Deutschland in Frage. Begriffe wie „Lügenpresse“ und „Fake News“ deuten auf ein zunehmendes Misstrauen gegenüber Regierungen, Medien und sogenannten Eliten hin. Doch wer steckt hinter den Theorien? Wie werden sie verbreitet? Und wie anfällig sind wir selbst für Verschwörungsgedanken? Im Spannungsfeld zwischen individuellem Verschwörungsdenken und kollektivem Glauben spürt die Sonderausstellung „Verschwörungstheorien – früher und heute“ einem mythenreichen und gesellschaftlich besonders relevanten Thema nach. Die Besucher treffen hier auf verdeckte Machenschaften und geheimes Wissen, Strippenzieher, Staatsverweigerer und exklusive Gemeinschaften. Auf dem Weg durch neun Jahrhunderte der Geschichte führt die Schau zu einer ganz persönlichen Auseinandersetzung mit der Welt der Verschwörungstheorien.

Die Sonderausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Ein wissenschaftlicher Beirat aus renommierten Historikern und Museumsfachleuten begleitet das Projekt.

Kategorien:
Kulturgeschichte |  Ausstellungen im Bundesland Nordrhein-Westfalen | Ort:  Lichtenau-Dalheim |
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