Kunsthaus
20095 Hamburg
Klosterwall 15

Goutam Ghosh – Alloted Fields

Laufzeit: 23. März 2019 bis 19. Mai 2019  

Das Kunsthaus Hamburg zeigt die erste institutionelle Einzelausstellung des Künstlers Goutam Ghosh in Europa. Mit seiner Malerei bewegt er sich zwischen den Kulturen Indiens und des globalen Westens. Dabei gelingt es ihm, die unterschiedlichen Einflüsse traditioneller indischer Philosophien und rational geprägter Wissenschaften in eine eigenständige und poetische Bildsprache zu überführen, die Abstraktion mit Gegenständlichkeit verbindet. Seine detailreichen, gestischen, manchmal zeichenhaften Malereien sind beeinflusst von unterschiedlichen Disziplinen wie Religion, Magie, Geologie, Musik und Mathematik.

Einen direkten und wichtigen Bezug findet Ghosh in den Texten des indischen Gelehrten Kaustubh Das, der sich aus einer gegenwärtigen Perspektive mit der indischen Philosophieströmung des Tantra befasst – der Lehre vom Bewusstsein als Grundlage sowohl des menschlichen Denkens als auch des Handelns. Ebenso wie die gedanklichen Referenzen des Künstlers in der Tradition seiner Heimat verwurzelt sind, so eigenständig und zeitgenössisch ist die Formsprache, die er in seiner Malerei entwickelt hat. Ghoshs Bilder entstehen meist in lasierender Gouachetechnik auf Wachspapier oder grob gewebtem Leinen, das er ungerahmt präsentiert oder auf Sperrholzplatten montiert. Mit seinem visuellen Vokabular verweist Ghosh auf die Abhängigkeit des menschlichen Erkenntnisprozesses von quantifizierbaren Daten und Mustern, die er in seinen Arbeiten mit filigranen, amorphen oder animistischen Formen verknüpft.

In der Ausstellung werden die Malereien durch den 16mm-Film PAARA ergänzt. Die Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit dem norwegischen Künstler Jason Havneraas 2018 in Indien und erzählt die fiktiven Erinnerungen eines 90-jährigen Magiers. Die Geschichte entfaltet sich in teils surreal wirkenden Spielszenen vor dem Hintergrund eindrücklicher Landschaftsbilder. Sowohl im Film als auch in der Malerei führt der Künstler immer wieder zu der Struktur des Musters als Bindeglied zwischen Geist und Gegenstand, zwischen akademischen Disziplinen und der Metaphysik zurück. Beides findet gleichermaßen Platz in der abstrakt-poetischen Bildwelt von Goutam Ghosh.

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