Dirk Meinzer. Das blaugrüne Dasein

Laufzeit: 11. Mai 2019 bis 11. August 2019  

Die umfassende Solo-Show zeigt Malerei, Arbeiten auf Papier, originale Künstlerbücher, Skulptur, Installation und Video. Mit einem Fokus auf die aktuelle Produktion der letzten Jahre bietet „Das blaugrüne Dasein“ einen tiefen Einblick in das ausufernde Schaffen des in Hamburg und im niedersächsischen Deinste arbeitenden Künstlers Dirk Meinzer.

Nach seinem Studium an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und zahlreichen langen Reisen unter anderem nach Tansania, Indonesien oder Island verfolgte Dirk Meinzer einen stark performativen, materialintensiven Ansatz, der in halluzinative Werke und in ganze Ausstellungskosmen mündete. In den letzten Jahren hat der Künstler eine überraschend feinsinnige, hochkonzentrierte Farbfeldmalerei, neue Collage-Serien und beeindruckende Künstlerbuch-Unikate geschaffen. Diesen neuen Ansätzen ist die Ausstellung „Das blaugrüne Dasein“ gewidmet. Mit seiner delikaten Malerei, die teils phosphoreszierende Farben und minimale Naturelemente einbezieht, mit seinen grotesk-humorigen Sticker-Collagen der Serie „Hoopypoopy“ oder mit ornamentalen Print-Arbeiten gelingt es Dirk Meinzer das Rauschhafte, das Wilde und Sprunghafte – sein Konzept einer verschwenderischen Verausgabung im künstlerischen Schaffen – in teils zauberhaften, teils verstörenden Werken zu sublimieren. Bei genauerer Betrachtung erweist sich jede einzelne Arbeit als ein Vorschlag zur Besinnung inmitten einer Medienwelt, die eine zunehmend brisante politische Großwetterlage vermittelt.



Das so genannte Herrenzimmer der Städtischen Galerie Delmenhorst verwandelt Dirk Meinzer unter anderem mit seinen neuen Serien „Olea“ und „Trunkenheit“ sowie einem großformatigen „Punktebild“ zu einem Trabanten der legendären Hamburger Eckkneipe „Zum alten Ritter Sankt Georg“. Damit ist es auch der Ort, an dem das eigens für die Städtische Galerie Delmenhorst entstandene Künstlerbuch gleichen Titels seinen Auftritt er-hält. Dieses eigenwillige Buch, das im Museumshop erhältlich ist, zeigt Seite für Seite Stempel-Bilder der Ritter-Freunde des Künstlers: die unverwechselbaren Signaturen der Gesprächspartner, die der Künstler in seinem Kurort Kneipe getroffen hat. Begleitend zum Künstlerbuch ist eine ebenfalls im Shop erhältliche Poster-Edition entstanden.

In der Remise von Haus Coburg zelebriert Dirk Meinzer mit zahlreichen Beispielen seiner künstlerischen Kooperationen einen offenen Begriff von Autorschaft, damit auch seine Aversion gegen Zuschreibungen und Kategorisierungen, gegen frustrierende Mechanismen des Kunstsystems, das nach wie vor allzu gerne das marktgängige Label eines einzigen Künstlerstars protegiert. In der Remise wird Dirk Meinzer als betörender Rattenfänger erkennbar, als Kurator und Netzwerker, dessen Ruf u.a. Arvild Baud, Christoph Blawert, Claus Böhmler, Peter Boué, Fernando de Brito, Tilmann Haffke, Axel Heil, Katja Kobjolke, Michael McGlinn, Monika Michalko, Michael Pleißner, Alexander Raymond, Seo Reuss, Tosca Scharvogel, Peter Stoffel, Tillmann Terbuyken, Nicola Torke, Matthias Weber, Anke Wenzel folgen.

Kategorien:
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