Rosgartenmuseum
78459 Konstanz
Rosgartenstraße 3-5
Abbildung: Trachtenmädchen mit SA-Männern im Konstanzer Hafen, um 1935 © © Rosgartenmuseum Konstanz

Konstanz im Nationalsozialismus. 1933 bis 1945
Die neue Dauerausstellung

Laufzeit: 25. Juni 2022 bis 08. Januar 2023  

Der Nationalsozialismus, der Zweite Weltkrieg und der singuläre Völkermord an den europäischen Juden und anderen Minderheiten liegen für jüngere Menschen in fernster Vergangenheit. Auch die meisten der überlebenden Opfer sind nicht mehr am Leben. Die mörderischste Epoche der jüngeren deutschen Geschichte erscheint jungen Menschen so weit weg wie der Dreißigjährige Krieg. Wie soll ein Museum, das auch der Erinnerung an die jüngere Stadtgeschichte verpflichtet ist, mit dem zugleich wachsenden Desinteresse am Nationalsozialismus umgehen? Wer die Geschichte kennt, kann die eigene Zeit klarer erkennen. Deshalb machen wir die Vergangenheit sichtbar: wir zeigen, wie Freiheit und Rechtsstaat untergingen, erinnern an Verfolgung und Widerstand. Konkrete Beispiele machen anschaulich, was Menschen erlebten und erlitten.

Die ferne Nazizeit
Der Nationalsozialismus, der Zweite Weltkrieg und der singuläre Völkermord an den europäischen Juden und anderen Minderheiten liegen für jüngere Menschen in fernster Vergangenheit: Keine Großmutter erzählt mehr von der Angst um den Sohn an der Front, kein Großvater überschlägt verschämt die Seite im Familienalbum, die ihn in SA-Uniform zeigt. Auch die meisten der überlebenden Opfer sind nicht mehr am Leben.

Die mörderischste Epoche der jüngeren deutschen Geschichte erscheint jungen Menschen so weit weg wie der Dreißigjährige Krieg. Wie soll ein Museum, das auch der Erinnerung an die jüngere Stadtgeschichte verpflichtet ist, mit dem zugleich wachsenden Desinteresse am Nationalsozialismus umgehen?

Was zeigen wir?
Wer die Geschichte kennt, kann die eigene Zeit klarer erkennen. Deshalb machen wir die Vergangenheit sichtbar: wir zeigen, wie Freiheit und Rechtsstaat untergingen, erinnern an Verfolgung und Widerstand. Konkrete Beispiele machen anschaulich, was Menschen erlebten und erlitten: Da ist die 20-jährige Konstanzerin, die zwangssterilisiert wurde, der Künstler, der Flüchtenden im Ruderboot über den See half, die Kreuzlingerin, die den 1940 deportierten Konstanzer Juden unermüdlich Hilfsgüterpakte ins Lager Gurs schickte. Während die Bevölkerungsmehrheit dem „Führer“ Adolf Hitler zujubelte, wurden Oppositionelle, mutige Helferinnen und jüdische Menschen vor aller Augen ausgegrenzt und verfolgt. An diese Wenigen erinnern wir. Sie sind Vorbilder an Zivilcourage und Menschlichkeit.

Emotional aufgeladene Erinnerungsstücke, Filme, Fotos und Originalobjekte der Zeit vermitteln einen lebendigen Eindruck vom Alltagsleben in Zeiten des Terrors.

Konstanz im Film
Unser neuer Dokumentarfilm führt in das Konstanzer der Nazizeit: Er zeigt heute noch sichtbare Zeugnisse der NS-Diktatur im Stadtbild, erzählt von Tätern, Opfern und Widerständigen und macht eindrucksvoll deutlich, dass historische Ereignisse zwar weit zurückliegen, aber immer noch in die Gegenwart heutiger Menschen hineinwirken können.

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Kategorien:
Geschichte | 20. Jahrhundert |  Ausstellungen im Bundesland Baden-Württemberg | Ort:  Konstanz |
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