Deutsche in Ungarn - Ungarn in Deutschland
Europäische Lebenswege

Laufzeit: 09. Juli 2006 bis 08. Oktober 2006

Wie lebt es sich zwischen zwei Ländern, Kulturen und Sprachen? Eine einfache Frage – viele komplizierte Antworten! Die Ausstellung, die Ungarn und Deutsche gemeinsam entwickelt haben, zeigt, wie unterschiedlich ein solches Dasein verlaufen kann. Die Lebenswege von 22 Menschen – vom Hochmittelalter bis zur Gegenwart – veranschaulichen, dass das Wandern zwischen zwei Welten beides bedeutet: Lust und Last. Sie zeigen auch, dass unser Denken in nationalstaatlichen Grenzen historisch noch jung und keineswegs selbstverständlich ist. All diese Lebensgeschichten sind Mosaiksteine in der historischen Entwicklung der deutsch-ungarischen Beziehungen.

Wie lebt es sich zwischen zwei Ländern, Kulturen und Sprachen? Eine einfache Frage – viele komplizierte Antworten! Die Ausstellung, die Ungarn und Deutsche gemeinsam entwickelt haben, zeigt, wie unterschiedlich ein solches Dasein verlaufen kann. Die Lebenswege von 22 Menschen – vom Hochmittelalter bis zur Gegenwart – veranschaulichen, dass das Wandern zwischen zwei Welten beides bedeutet: Lust und Last. Sie zeigen auch, dass unser Denken in nationalstaatlichen Grenzen historisch noch jung und keineswegs selbstverständlich ist. All diese Lebensgeschichten sind Mosaiksteine in der historischen Entwicklung der deutsch-ungarischen Beziehungen. Manche Lebensgeschichten handeln von politischen Schachzügen – so im Fall der Heiligen Elisabeth von Thüringen: Schon als Vierjährige wurde die ungarische Königstochter zu ihrem zukünftigen Mann nach Eisenach gebracht. Die Kammerfrau Helene Kottanerin mischte 1440 tatkräftig mit, als es um die Erbfolge auf dem ungarischen Thron ging. Für den Sohn des verstorbenen Königs stahl sie die streng bewachte Stephanskrone.
Viele Menschen suchten im jeweils anderen Land ihr Glück; der Mecklenburger Friedrich Stühmer fand seines in Budapest. 1868 begann er dort Bonbons herzustellen, 1883 besaß er schon die größte Schokoladenfabrik Ungarns. Wissenschaftler und Künstler nutzten den Wechsel für ihr Fortkommen. Der Physiker Loránd Eötvös, Namensgeber der Budapester Universität, promovierte 1870 in Heidelberg. László Moholy-Nagy wurde als Bauhaus-Künstler weltberühmt.
Viele Lebenswege sind von den Erschütterungen des 20. Jahrhunderts geprägt. Der spätere Filmproduzent Gyula Trebitsch wurde 1944 in ein KZ deportiert, ebenso Imre Kertész (Literatur-Nobelpreisträger 2002). Beide überlebten; Trebitsch entschied sich für ein Leben in Hamburg, Kertész kehrte nach Budapest zurück. Die ungarndeutsche Bäuerin Elisabeth Müller entkam 1944 nur knapp der Russland-Deportation. Joschka Fischers Eltern wurden 1946 aus ihrem Heimatort bei Budapest vertrieben.
Die Ausstellung wird anschließend in Berlin, Budapest und Pécs gezeigt.

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