Kunstverein Langenhagen
30851 Langenhagen
Walsroder Str. 91 A

Erla S. Haraldsdóttir: "Langenhagen"

Laufzeit: 28. September 2006 bis 26. November 2006

Manipulierte Stadtansichten

Erla Haraldsdóttir (*1967 in Reykjavik/Island, lebt in Berlin und Reykjavik) studierte Kunst am Royal University College of fine Arts in Stockholm, am San Francisco Art Institute und der Valand Art Academy in Gothenburg. Als Stipendiatin war sie 2005/2006 zu Gast im Rahmen des internationalen Atelierprogramms im Künstlerhaus Bethanien und lebt seitdem in Berlin.

Vor über fünf Jahren begann Erla Haraldsdóttir damit, Fotografien ihres vertrauten Umfeldes zu manipulieren. Durch subtile Eingriffe verwandelte sie beispielsweise für das Projekt "Here, There and Everywhere" (gemeinsam mit Bo Melin, 2001) Bilder von einer Hauptstraße ihrer Heimatstadt Reykjavik in eine Art Chinatown; andere Bilder erinnerten an einen orientalischen Bazar. Die bekannte Architektur der isländischen Kleinstadt bleibt zwar wieder erkennbar. Jedoch führen Schilder, Plakate und südlich aussehende Menschen oder Waren, die in Island nicht ohne weiteres erhältlich sind, bei genauerem Hinsehen zu beträchtlicher Desorientierung der Betrachter. Denn in den monokulturellen Kleinstädten Islands sind Migranten aus Südeuropa normalerweise nicht anzutreffen. Obststände auf offener Straße gibt es nicht und die Werbestrategien im öffentlichen Raum sind längst nicht so offensiv wie in Westeuropa. In weiteren Projekten, die sie in Kleinstädten Schwedens und Norwegens (zusammen mit Bo Melin) realisierte, spürte Erla Haraldsdóttir die Atmosphäre der jeweiligen Stadt auf und veränderte sie drastisch.

In ihrem jüngsten computeranimierten Film "Sad with Satie" (2006) macht sie die psychischen Qualen einer unglücklich Verliebten durch die Darstellung des täglichen Lebens aus der Wahrnehmung der Protagonistin sinnlich erlebbar.

Für die Ausstellung "Langenhagen" entstanden eine Reihe von Fotocollagen und eine Computeranimation, die einen analytischen Blick auf die typisch deutsche Kleinstadt und ihre heterogene Architektur werfen. Das Projekt für den Kunstverein Langenhagen ist ihr erstes dieser Art in Deutschland. Für die Arbeiten verwendete sie Aufnahmen und Bleistiftzeichnungen nach Fotografien, die sie in Havanna/Cuba, Berlin und Reykjavik gemacht hat. Nahtlos bringt sie Bilder von völlig unterschiedlichen Welten zusammen, ohne dass wir dies auf den ersten Blick merken. Bewusst durchkreuzt Erla Haraldsdóttir unsere Wahrnehmungsmuster. Damit verschafft sie uns spielerische Möglichkeiten für alternative Sichtweisen auf unser gewohntes Lebensumfeld.

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