Bilder im Kopf - Ikonen der Zeitgeschichte

Laufzeit: 11. September 2012 bis 03. März 2013

Flugzeuge rasen in die New Yorker Twin Towers. Auf Ground Zero ragen Stahlgerippe in den von Rauchschwaden verhangenen Himmel von Manhattan. Der 11. September 2001 provoziert Erinnerungen, erzeugt "Bilder im Kopf". Tatsächlich setzt sich unser Geschichtsbild aus solchen Bildern der Geschichte zusammen. Sie prägen das kollektive Bewusstsein. Zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland war die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland auf die Suche nach solch prägenden Bildern gegangen. Mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) entstand daraus die Wanderausstellung "Bilder im Kopf. Ikonen der Zeitgeschichte". Ab Dienstag, 11. September, zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) diese Ausstellung in seinem Hattinger Industriemuseum (bis 3. März 2013).

Die Schau präsentiert Schlaglichter der Deutschen Geschichte, die aus der Bilderflut des 20. und 21. Jahrhunderts herausragen. "Der Sprung in die Freiheit" des DDR-Bereitschaftspolizisten Conrad Schumann (1961) gehört genauso dazu wie der Kniefall von Willy Brandt in Warschau (1970). Zu sehen sind insgesamt elf Schlüsselbilder, dazu Zeitungen, Filmausschnitte und Tondokumente.

Dass diese Ausstellung nach Bonn, Berlin, Leipzig, München und Hannover nun in Hattingen zu sehen ist, macht LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale glücklich. "Hier geht es um die spannende Frage, welche Schlüsselbilder unsere Vorstellungen von den Ereignissen der letzten sechs Jahrzehnte formen und damit auch das Geschichtsbild künftiger Generationen prägen werden", sagte Rüschoff-Thale am Donnerstag (6.9.) in Hattingen. Als das Angebot zur Übernahme der Ausstellung kam, zeigte sich auch Landrat Dr. Arnim Brux begeistert und unterstützte das Vorhaben. Brux empfiehlt: "Die Chance zum Besuch der Ausstellung sollten die Menschen in der Region nutzen. Das gilt für alle Generationen. Ein spannendes Projekt, das viele Diskussionen anregen wird." Die Hattinger Kulturdezernentin Beate Schiffer ergänzt: "Ich werde allen Schulformen und Bildungseinrichtungen empfehlen, an diesem Diskurs teilzunehmen. So frage ich mich etwa, ob die Geschichte der großen Bilder abgeschlossen ist, oder ob es auch künftig noch Ikonen geben wird, die es schaffen, aus der medialen Bilderflut herauszuragen."

Was aber macht ein Bild zur Ikone? "Formal ist der Moment, in dem der Auslöser gedrückt wird, ebenso entscheidend wie der gewählte Bildausschnitt oder die Bildkomposition. Wichtig ist aber vor allem der öffentliche Umgang mit dem fertigen Bild, seine Verbreitung und der Zusammenhang, in den es gestellt wird. Wer die Macht über die Bilder hat, hat die Macht über die Köpfe", erklärt Ulrich Op de Hipt vom Bonner Haus der Geschichte. Die Ausstellung fragt nach der besonderen Kraft der Bilder: Woran misst sich die Qualität des Bildes? Weshalb werden bestimmte Bilder stärker erinnert als andere? So geht es in der Schau nicht zuletzt um die Analyse und damit die Dekonstruktion prägender Geschichts-Bilder.

"Ich bin vor allem gespannt, wie junge Menschen auf diese Art von Aufarbeitung der Geschichte reagieren", so LWL-Museumsleiter Robert Laube. Für sie seien große Teile der jüngeren Vergangenheit erzählte und in jedem Fall vermittelte Geschichte. Beim Verstehen helfen die interaktiven Angebote der Ausstellung. Ton-, Bild- und Filmdokumente können abgerufen werden, Rechner laden zur Recherche, im "Pressebüro" können die Gäste selbst eine Zeitung gestalten - und überraschende Einsichten zur Interaktion von Text und Bild gewinnen.

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