FRANEK - als die Soldaten Schäfer waren
Ein Erinnerungskaleidoskop Malerei. Objekte. Artefakte

Laufzeit: 25. Oktober 2015 bis 07. Februar 2016

Parallel zur Ausstellung „Befreite Moderne. Kunst in Deutschland 1945 bis 1949“ präsentiert das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr im Grafikraum Erinnerungsbilder und Artefakte der Berliner Künstlerin FRANEK. Geboren in Potsdam am 1. September 1939, dem Schicksalsdatum, an dem der Zweite Weltkrieg ausbrach, verbrachte sie ihre Kindheit und Jugend in Mülheim an der Ruhr.

Die Kriegszeit und die Folgejahre haben Spuren in den Gemälden, Zeichnungen und Bricolagen der Künstlerin hinterlassen: insbesondere die Flucht mit ihrer Mutter und den Geschwistern in das Ruhrgebiet, die Spielplätze zwischen den Trümmern und Ruinen, die Schulzeit in Mülheim, der abwesende Vater, der erst 1955 aus russischer Gefangenschaft zurückkehrte und für die Familie wie ein Fremder war, aber auch die Reise zur documenta 1 in Kassel im gleichen Jahr.

Zu ihrem Buch als die Soldaten Schäfer waren sind in den letzten Jahren Arbeiten entstanden, in denen FRANEK den Einfluss dieser Kindheitserlebnisse auf ihr Werk untersucht. Schicht für Schicht legt sie lückenhafte Erinnerungen und Gedächtnisfetzen frei oder überlagert diese mit Traumbildern und Angstvorstellungen, so dass Realität und Fiktion miteinander verschmelzen.

Alte Familienfotos, Zeitungsausschnitte, aktuelle Kriegsberichte aus den Medien, Informationen aus dem Internet und eigene Urbilder werden aus dem historischen Zusammenhang gelöst und erfahren beim Malen ein neues bildliches Dasein. So haben FRANEKs Bilder nicht nur eine persönliche, sondern bekommen auch eine kollektive Bedeutung.

In ihren Wunderkammern fügt sie als „Gedächtnisspeicher“ und „Recherchen in die Vergangenheit“ Figuren aus frühen Radierungen, Zeichnungen ihrer eigenen Kinder, Textfragmente, gravierte Spiegel und diverse Fundstücke zu assoziativen Collagen auf schwarz grundierten Tafeln zusammen.

Nach ihrem Studium an der Hochschule für Bildende Künste Berlin bei Fred Thieler und Mac Zimmermann, arbeitete FRANEK in indianischen Kulturen, die ebenfalls ihr Werk stark beeinflusst haben. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin und Radegast.

Katalog: Die begleitende Publikation zur Ausstellung, erschienen im Nicolai Verlag, ist zum Preis von 34,95 € im Museumsshop erhältlich.

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