Desperate Housewives? Künstlerinnen räumen auf

Laufzeit: 26. Mai 2016 bis 21. August 2016

Als einzige Station in Nordrhein-Westfalen präsentiert das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr ab dem 26. Mai 2016 die Ausstellung Desperate Housewives? Künstlerinnen räumen auf. Sie tourt durch fünf Bundesländer und war bislang im Museum im Kulturspeicher Würzburg und in den Kunstsammlungen Zwickau/Max-Pechstein-Museum zu sehen. Nach Mülheim an der Ruhr wird sie in der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen und im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg gezeigt. 28 internationale Künstlerinnen setzen sich in dieser von Dr. Ina Ewers-Schultz und Dr. Martina Padberg konzipierten Ausstellung mit der weiblichen Rolle in Haushalt, Familie und Partnerschaft auseinander.

Die Frau und ihre Rolle in Haus und Haushalt – dieses eigentlich ganz private Thema wurde im 20. Jahrhundert zum öffentlichen Schauplatz ideologischer Grabenkämpfe: das altbackene Heimchen am Herd versus die moderne berufstätige Familienmanagerin. In den 1970er- und 1980er-Jahren haben Künstlerinnen aus feministischer Perspektive und mit oft radikalen Mitteln gesellschaftliche Strukturen, Geschlechterhierarchien und Machtverhältnisse hinterfragt und Veränderungen eingefordert.

Wie definieren und bewerten wir also heute diese Rollen und Rollenbilder, wo der Begriff Hausfrau aus dem Sprachgebrauch verschwunden scheint, Frauen selbstverständlich berufstätig sind und Privates und Öffentliches immer schwieriger voneinander abzugrenzen ist? Gibt es tatsächlich eine gerechte Lastenverteilung? Welche Bedeutung hat die Arbeit in Haushalt und Familie heute? Und wer erledigt sie?

In der Ausstellung Desperate Housewives? Künstlerinnen räumen auf nehmen 28 Künstlerinnen, geboren zwischen 1936 und 1986, das Haus als Lebensort und Arbeitsplatz erneut ins Visier. Sie reflektieren das weibliche Verhältnis zum Haus und entlarven es als einen Ort voller Widersprüche. Ist es Gefängnis oder Freiraum? Ist die Frau Sklavin oder Herrscherin? Ist Haushalt lästige Pflicht oder vielleicht auch Vergnügen? Öffnet sich hier vielleicht sogar ein ganz individueller Gestaltungsraum abseits der Anforderungen einer turbo-kapitalistischen Gesellschaftsordnung? Diese Fragen berühren nicht nur unmittel-bar die eigene Identität, sondern auch unser gesellschaftliches und kulturelles Selbstverständnis. Wo und wie können wir uns noch zu Hause fühlen, wenn heute nichts mehr wirklich privat bleibt und durch Internet und neue Medien die Grenzen zwischen außen und innen sich verflüchtigen? Und welche Träume, Wünsche und Lebensentwürfe werden sich in dieser komplexen, globalisierten Welt als zukunftsfähig erweisen? Videos, Installationen, Fotografien, Objekte, Gemälde und Zeichnungen der beteiligten Künstlerinnen geben überraschende, nachdenkliche, ironische, provokante, witzige oder versöhnliche Antworten.

Künstlerinnen der Ausstellung:
Anna Anders, Astrid Bartels, Monika Bartholomé, Jutta Burkhardt, Barbara Deblitz, Alba D'Urbano, Anke Eilergerhard, Maria Ezcurra, Kerstin Flake, Dorothee Golz, Mona Hatoum, Andrea Isa, Suscha Korte, Susanne Kutter, Alexandra Kürtz, Ori Levin, Rosa Loy, Inge Mahn, Katharina Mayer, Alice Musiol, Gabriela Oberkofler, Pipilotti Rist, Ulrike Rosenbach, Silke Schatz, Caroline Streck, Rosemarie Trockel, Diane Welke und Barbara Wrede

Katalog: Der Katalog zur Ausstellung ist zum Preis von 16,80 € im Museumsshop erhältlich.

Kategorien:
Kunst | Zeitgenössische Kunst | 21. Jahrhundert |  Ausstellungen im Bundesland Nordrhein-Westfalen | Ort:  Mülheim an der Ruhr |
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