Emslandmuseum Schloß Clemenswerth
49751 Sögel
Schloß Clemenswerth

Porzellan trifft Malerei

Laufzeit: 28. Juni 2017 bis 27. August 2017

Mit der Ausstellung „Porzellan trifft Malerei“ ist bis 27. August am Emslandmuseum Schloss Clemenswerth eine Ausstellung zu sehen, die die lange Tradition der Reihe ForumFormClemenswerth gelungen fortsetzt: Nämlich die Kombination von Keramik mit Malerei. In der Ausstellung treten die keramischen schwarz-weiß Objekte der Porzellandesignerin Jutta Albert mit den farbigen Bildern des Malers Martin Conrad in einen spannungsreichen Dialog. „Und das überaus überzeugend. Porzellan und Malerei wurden sehr gelungen aufeinander abgestimmt!“, wie Hermann Bröring, Vorsitzender des Emsländischen Heimatbundes e.V. bei der Vernissage am Freitag, den 23. Juni, unterstrich. Weiter sagte Museumsdirektor Oliver Fok: „Das Gegensätzliche der Medien Malerei und Porzellan ist das eine, was die Spannung dieser Ausstellung ausmacht.

Das andere ist die Gegenüberstellung der flächigen und durch Großformate raumergreifenden Kunst Martin Conrads, seiner intensiv farbigen und dennoch leicht anmutenden Bildern, mit den konsequent in schwarz-weiß gehaltenen und in klarer Form gestalteten Objekten von Jutta Albert.“ Was beide Künstler trotz aller Gegensätzlichkeit verbindet, ist die Liebe zur Perfektion, zum Linearen und zur Zeichnung. Insgesamt zeigt die Ausstellung, die mit Mitteln der EWE-Stiftung gefördert wurde, 67 Objekte von Jutta Albert und 35 Arbeiten von Martin Conrad.
Jutta Albert (geb. 1954) studierte an der Hochschule für Kunst und Design auf der Burg Giebichenstein in Halle bis 1979. Hier lernte sie auch ihren späteren Mann Klaus-Joachim Albert kennen, dessen Metallarbeiten unter dem Titel „Spannungsformen“ bis 31. Oktober auf Schloss Clemenswerth zu sehen sind. Wenn man sich Jutta Alberts Lebenslauf ansieht, dann kann man sagen: Sie ist sehr erfolgreich. Sie hatte diverse Einzel- und Gruppenausstellungen, ihre Werke bereichern viele Museen sowie Privatsammlungen und sie hat für Ihre Arbeit eine Reihe von Auszeichnungen und Preise erhalten. Für die Umsetzung ihrer gestalterischen Ideen hat sie für sich das Material Porzellan entdeckt. Es ist die Reinheit dieses Materials, was sie fesselt. Das überzeugt den Betrachter und lässt selbst den Laien erkennen, dass hier Design und Kunst miteinander verschmelzen. Eine der besonderen Werkgruppen von Jutta Albert, so beschreibt Fok, sind ihre Briefe und Schriftrollen aus Biskuitporzellan. Diese Arbeiten umgibt eine geheimnisvolle Aura. Denn ihre vermeintlichen Inhalte sind für dem Betrachter nicht lesbar und regen ihn unwillkürlich zu den abenteuerlichsten Spekulationen an. Jutta Albert ordnet Ihre Briefe und Schriftrollen in sogenannten „Black Boxes“ und „White Boxes“, was der Spekulation über deren Inhalte noch mehr Auftrieb gibt. Dem gegenüber stellt Jutta Albert jene Arbeiten, die auf ihren Oberflächen lineare schwarze Zeichnungen tragen. Diese wilden Linien scheinen etwas ausdrücken zu wollen, doch in ihrer Aufgeregtheit sind sie für uns nicht verständlich. Bei der künstlerischen Herangehensweise hat Jutta Albert jedoch das Dekorative nicht verbannt, sondern auf ein sehr anspruchsvolles Niveau gehoben. Das macht Ihre Werke so vielseitig.

Martin Conrad (geb. 1954) studierte von 1974 bis 1980 Visuelle Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, anschließend Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. 1983 hatte er ein Gastatelier im Künstlerhaus in Rom, 1984 erhielt er das Eduard-Bargheer-Stipendium, 1988 ein Arbeitsstipendium der Freien und Hansestadt Hamburg und 2004 den Deutschen Spielraum-Preis. Seit 1994 hat er Lehraufträge für Malerei und Zeichnung, u.a. an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Martin Conrad hat eine Gastprofessur an der Bildkunst Akademie Hamburg und an der Akademie für Malerei in Berlin. Er ist tätig im Studienkolleg im Photo.Kunst.Raum. Hamburg, an der Kunstakademie Salzburg und an der Akademie der Bildenden Künste in Kolbermoor. Auch er hat seine Kunstwerke in vielen Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert. Martin Conrad ist ein Sammler, ein Motivsammler. Seine Bildwelten greift er aus seinem eigens hierfür aufgebauten Archiv ab. Die Themen kreisen um das Ethnologische, Biologische und Geografische. Da sieht der Betrachter eine zarte Zeichnung einer antiken Statue, Architekturfragmente oder auch Bildnisse, Vögel und Fische. Martin Conrad verarbeitet seine Archiv-Motive in seinen Bildern jedoch nicht als Hauptmotiv, denn seine Arbeiten definieren sich – wie er selbst sagt – aus einer gemeinsamen Struktur von Endgrenzen und Halten, einer Überlagerung von Ausdehnen malerischer Farbfelder und Einschließen der Offenheit durch lineare Strukturen.

Kategorien:
Kunst | Zeitgenössische Kunst | 21. Jahrhundert |  Ausstellungen im Bundesland Niedersachsen | Ort:  Sögel |
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