Sometimes I hear the plants whisper: Objekte und Installationen von Karine Bonneval

Laufzeit: 29. Juni 2018 bis 02. September 2018

Die französische Künstlerin Karine Bonneval beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Andersartigkeit von Pflanzen und den komplexen Interaktionen zwischen Mensch und Pflanze. Was wäre, wenn wir Pilzen beim Wachstum zuhören könnten? Können wir unseren Atem mit Bäumen austauschen? Wie steht es um unsere Empathie gegenüber dem Nicht-Menschlichen, und könnte daraus Kommunikation zwischen uns und den Pflanzen, Bakterien oder Pilzen um uns herum erwachsen? Im Botanischen Museum Berlin präsentiert Karine Bonneval vom 29. Juni bis 2. September 2018 Ergebnisse ihrer diesjährigen Künstlerresidenz im Botanischen Garten Berlin sowie zahlreiche weitere Werke, die sich mit diesen Fragen beschäftigen, erstmals in einer Einzelausstellung dem deutschen Publikum.

Austausch zwischen Kunst und Wissenschaft

Die Objekte und Installationen von Karine Bonneval beanspruchen viel Zeit. Seit 2014 entwickelt sie zusammen mit Forschergruppen in Paris und Berlin Projekte, die innovative Forschungsfragen und neueste Methoden auf dem Gebiet der Bioakustik, Mikroskopie und thermischen Bildgebung verbinden. Die Andersheit, die das Verhältnis zwischen Mensch und Pflanze seit jeher prägt, sowie die Frage nach den komplexen Interaktionen und Anpassungen, die diese scheinbar unauflösbare Differenz überwinden könn(t)en, zieht sich dabei wie ein roter Faden durch Karine Bonnevals Arbeiten.

Gezeigt werden die künstlerischen Ergebnisse dieser Kooperationen, doch Bonneval und ihre wissenschaftlichen Partner publizieren gleichzeitig auch zu den wissenschaftlichen Fragestellungen, die im Zuge dieses spezifischen Austauschs zwischen Kunst und Wissenschaft aufgeworfen wurden.



Im Zentrum der künstlerischen Betrachtung: Interaktionen zwischen Menschen, Mikroorganismen und Pflanzen

Zu Beginn der Ausstellung steht eine Terrakottakuppel, unter der Gesänge der Achuar aus Amazonien zu hören sind. Die Achuar betrachten die Menschen auf einer Ebene mit Tieren, Pflanzen und Mineralien, mit denen sie durch Lieder kommunizieren. Ein klares Statement: Der Wissenschaftler und der Künstler, die beiden Demiurgen des westlichen Weltbilds, sind hier nur Übersetzer, Rädchen in einem horizontalen, rhizomischen System von unsichtbaren Beziehungen, bakteriellen, tierischen und menschlichen Organismen, die sich dort entwickeln.

Dendromacy/Constellations ist eine Serie von Arbeiten, in denen sich die Künstlerin mit den Möglichkeiten der Interaktionen zwischen Bäumen und Menschen auseinandersetzt – zum Beispiel dem gegenseitigen Austausch von Atem, der durch spezielle thermische Bildgebungsverfahren sichtbar gemacht wird, oder dem zufälligen Zusammentreffen von menschlichen Mikroorganismen mit denen von Bäumen in einer Petrischale.

Die Installation Listen to the soil widmet sich den Organismen im Boden – erstmals hörbar gemacht durch die Anwendung bioakustischer Methoden. Besucher*innen können an großen Terrakottaskulpturen lauschen und den Sound des Berliner Bodens mit einer Hörprobe aus Sri Lanka vergleichen.

Kategorien:
Kunst | Zeitgenössische Kunst | 21. Jahrhundert |  Ausstellungen im Bundesland Berlin | Ort:  Berlin |
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