Deutsche Filmarchitektur 1918–1933

Laufzeit: 13. Juni 2019 bis 29. September 2019  

Das Jahr 2019 steht im Zeichen vieler wichtiger Feierlichkeiten, darunter das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses, der ersten deutschen demokratischen Verfassung und des Frauenwahlrechts in Deutschland. Alleine die historische Bedeutung dieser Ereignisse verdeutlicht, dass in der kurzen Zeit des Bestehens der Weimarer Republik wichtige Grundlagen der Moderne gelegt wurden. Die deutsche Niederlage im Ersten Weltkrieg und die darauffolgende Novemberrevolution 1918 bedeuteten für das Land eine Zäsur, die den Ruf nach radikalen Veränderungen, auch im Kulturbereich, lauter werden ließ. Walter Gropius, der erste Direktor des Bauhauses, setzte die Erfahrungen des Ersten Weltkrieges in Beziehung zur Bauphilosophie: „Eine Welt ist zu Ende. Wir müssen für unsere Probleme eine radikale Lösung finden.“

Diese besondere historische und gesellschaftliche Konstellation bereitete einen fruchtbaren Boden für neue avantgardistische Stilrichtungen: Futurismus, Dadaismus, Neue Sachlichkeit, Expressionismus, die nicht nur die bildende Kunst, sondern im gleichen Maße die Literatur, die Musik, das Theater und nicht zuletzt den Film beeinflusst haben. Das neue Massenmedium gewann schnell das Publikum für sich, denn es bot eine willkommene Ablenkung von den politischen Krisen und Sorgen des Alltags. In der Weimarer Republik erlebte die Filmindustrie eine rasante Entwicklung: Neben der 1917 zunächst als Bild- und Filmamt (BUFA) gegründeten UFA (Universum-Film-Aktiengesellschaft) gehörte die 1916 entstandene Deutsche Lichtbild-Gesellschaft (DLG bzw. Deulig) – beide zu Propagandazwecken ins Leben gerufen – zu den Marktführern der Branche. Neue Lichtspielhäuser schossen wie Pilze aus dem Boden, ihre Zahl wuchs in Deutschland von 1918 bis 1930 auf 5.000. Es waren überwiegend Stummfilme, die der Zuschauer zu sehen bekam. Ende der 1920er Jahre stieg die Tonfilmproduktion an und löste den Stummfilm bis 1936 endgültig ab.
Neben den Regiestars des deutschen Kinos wie Fritz Lang, Friedrich Wilhelm Murnau und Ernst Lubitsch erlangten viele Filmarchitekten, heute oft Szenenbildner genannt, wie Otto Hunte, Erich Kettelhut, Hermann Warm und Robert Herlth große Bekanntheit. Ihre Arbeit war von ebenso großer Wichtigkeit, denn sie umfasste neben der Gestaltung des Szenenbildes weitergehende Planungen in der Umsetzung der Filmidee: Die Skizzen enthielten oft bereits vorgezeichnete Kamera- und Schauspielerpositionen, die Kulissen aufgemalte Lichteffekte, was in der Nachkriegszeit wegen der Unterbrechung der Stromversorgung von großer Bedeutung war. Für einige Szenen mit Spezialeffekten wurden aufwendige Modelle gebaut, die teilweise nur für eine kurze Sequenz im Film zu sehen waren.

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