Weltkulturen Museum
60594 Frankfurt am Main
Schaumainkai 29-37

WELTENBEWEGEND. Migration macht Geschichten

Laufzeit: 24. Oktober 2019 bis 30. August 2020  

Auf der ganzen Welt sind und waren Menschen in Bewegung. Mit ihnen wandern auch Lebensstile, Sprachen, Musik, Kunst und Handwerk. Vieles, was für eine Kultur als „authentisch“ gilt, erweist sich auf den zweiten Blick als „Import“. Ausgehend von den eigenen Sammlungen greift das Weltkulturen Museum assoziativ Fragen auf, die zeigen, wie die verschiedenen Kulturen der Welt schon seit jeher im Austausch stehen: Ob historische Siedlungsbewegungen, Arbeitsmigration oder Globalisierung – Menschen und damit auch ihre unterschiedlichen Kulturen stehen in stetigem Austausch. Ist Migration wirklich nur Ursache von Problemen?

Die Ausstellung „Weltenbewegend“ greift das Thema Migration auf, möchte aber das Bild von der meist als problematisch angesehenen Flüchtlingsbewegung durchbrechen und aufzeigen, welche vielseitigen Erzählungen mit Migration als Bewegung verbunden sind. Die präsentierten Beispiele reichen von der austronesischen Migration in den Pazifik über die kulturelle Aneignung zunächst fremder Musikinstrumente in Indonesien, über die Verschmelzung und den Import religiöser Praktiken bis hin zur modernen Reisekultur. Für die Ausstellung werden Filme über die religiöse Präsenz von Migranten in Frankfurt in Kooperation mit dem Institut für Medienwissenschaften der FH Mainz produziert. Ergänzend zeigt das niederländisch-molukkische Künstlerkollektiv Teru in seinem Kooperationsprojekt Mahina, wie verschiedene Frauen der zweiten und dritten Generation ihre kulturelle Identität verhandeln. Aus der umfangreichen Ostindonesien-Sammlung des Museums wurden Objekte im Dialog mit den portraitierten Frauen ausgewählt, um deren individuelle Geschichten zu unterstreichen.

Die Ausstellung schafft eigene Räume für Fragen: Wie setzen sich Menschen, deren Familien vor zwei oder drei Generationen eingewandert sind aktuell mit vorherrschenden Stereotypen und Vorurteilen oder Rassismen ihnen gegenüber auseinander und welche identitätsstiftende Rolle spielen für sie die sozialen Medien?

Wie erfahren sie Zuschreibungen von „Deutschsein“ oder „Andersein“? Das Thema ‚Selbstverortung versus Fremdzuschreibung‘ rund um die oft diskutierte Frage ‚Woher kommst du?‘, wird daher von der Weltkulturen Vermittlung in den Fokus genommen.

Kuratiert von Stephanie Endter (Leitung Bildung und Vermittlung), Julia Friedel (Kustodin Afrika), Vanessa von Gliszczynski (Kustodin Südostasien), Matthias Claudius Hofmann (Kustode Ozeanien), Leonie Neumann (wissenschaftliche Volontärin Visuelle Anthropologie), Dr. Mona B. Suhrbier (Kustodin Amerikas), Weltkulturen Museum

Zur Museumseite: Weltkulturen Museum

Kategorien:
Geschichte | Kulturgeschichte |  Ausstellungen im Bundesland Hessen | Ort:  Frankfurt am Main |
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