Max Ernst läßt grüßen.

Laufzeit: 27. September 2009 bis 31. Januar 2010

Das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster kombiniert in einer außergewöhnlichen Ausstellung die Kunst von Max Ernst mit dem filmischen Werk von Peter Schamoni. Das Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) beleuchtet in der Ausstellung "Max Ernst läßt grüßen." Peter Schamoni begegnet Max Ernst (27.9. - 10.1.2010) mit rund 200 Exponaten sowie Großfotos und Filminstallationen die tiefe Freundschaft zwischen des Dadaisten und Surrealisten mit dem Filmemacher. In einer Serie stellt der LWL ausgewählte Exponate der Ausstellung vor.

Vogel aus Übersee
Anmutig erscheinen die Formen, leuchtend die Farben auf dem Gemälde "Oiseau d'outre-mer (Vogel aus Übersee)" von 1956. Vermutlich hat Max Ernst mit seiner so genannten "Dripping"-Technik Linien aus einer pendelnden Farbdose mit Loch auf die Leinwand auftgetragen und die innerhalb des Gittermusters entstandenen Flächen mit Farbe gefüllt. Der Zufall als Gestaltungsform entspricht der "halbautomatischen" Arbeitsweise Ernsts, der die Idee von einem schöpferischen Künstler-Genie skeptisch sah.

Der kleine leuchtende Himmelskörper im oberen Bereich wird mit mehreren geschwungenen Linien zum glimmenden Auge einer dynamischen Vogelgestalt, die von rechts nach links durch das Bild zu fliegen scheint. Das Vogelmotiv bildet eine Konstante im Werk des Künstlers, und in der Ausstellung wird diesem Thema ein ganzer Raum gewidmet.

Max Ernst schrieb über sich selbst: "Einer seiner besten Freunde, ein sehr intelligenter und anhänglicher rosa Kakadu starb in der Nacht des 5. Januar. Es war ein furchtbarer Schreck für Max, als er am Morgen den toten Vogel fand, und als im selben Augenblick sein Vater ihm die Geburt seiner Schwester Loni ankündigte. In seiner Phantasie verknüpfte er beide Ereignisse und machte das Baby für das Erlöschen des Vogellebens verantwortlich. Eine gefährliche Vermischung von Vögeln und menschlichen Wesen setzte sich in seinem Gemüt fest und fand später Ausdruck in seinen Gemälden."

Vielleicht trägt das Bild Züge eines psychologischen Selbstporträts von Max Ernst, der ein Jahr vor Vollendung des Bildes aus dem Exil in den USA zurückgekehrt war. Dazu passend beschrieb der US-amerikanische Schriftsteller und Maler Henry Miller den Künstler einmal als "unruhigen Vogel als Mensch verkleidet".

Kategorien:
Kunst |  Ausstellungen im Bundesland Nordrhein-Westfalen | Ort:  Münster |
Vergangene Ausstellungen
2020 (1)
2019 (3)
2018 (6)
2017 (4)
2016 (5)
2015 (7)
2014 (2)
2012 (3)
2011 (7)
2010 (3)
2009 (3)
2008 (2)
2007 (4)
2006 (6)
2005 (9)
2004 (4)
2003 (5)
2002 (12)
2001 (11)
2000 (9)
1999 (5)
1998 (2)
Änderungen / Ausstellungen melden

Sie wollen Änderungen oder Ergänzungen zu LWL-Museum für Kunst und Kultur Westfälisches Landesmuseum mitteilen?

 Ausstellung melden  Ausstellungsbild senden  Museumsbild senden  Andere Änderungen  10 Highlights zeigen
Ausstellungsempfehlungen aus anderen Museen
Abbildung: Gosho © Klein-Langner
Gosho-Puppen von Koho YOSHINO
Siebold-Palais / Siebold-Museum
Würzburg
09.11.2019 bis 01.03.2020
Abbildung: Der Sturm kam Himmelfahrt © Hartmut Adler
"Der Sturm kam Himmelfahrt" - Der Tornado von 1979 im Elbe-Elster Land
Weißgerbermuseum
Doberlug-Kirchhain
18.02.2020 bis 10.05.2020
Am 24. Mai 1979 hinterließ ein Tornado im heutigen Landkreis Elbe-Elster eine über 50 km lange Spur der Verwüstung. Dieser verheerende Sturm, der nicht nur Dachziegel, Balken, Stahlbetonträger, so...