DUTCH DOMESTICS - DESIGN AS RESEARCH

Laufzeit: 22. Oktober 2010 bis 14. November 2010

Nach der umfangreichen Ausstellung zur Entwurfshaltung von Dieter Rams geht das Museum für Angewandte Kunst Frankfurt in diesem Herbst der Frage nach, wie sich junge Gestalter heute im industriellen Designprozess definieren und entsprechend positionieren. Im Rahmen der Kulturtage der Europäischen Zentralbank - Niederlande 2010 und in enger Zusammenarbeit mit der "Project Foundation Amsterdam" zeigt das Museum vom 22. Oktober bis 14. November die Ausstellung "Dutch Domestics - Design as Research".

Die acht jungen Gestalter, deren Projekte in der Ausstellung zu sehen sein werden, verstehen sich nicht länger nur als Kreatoren von Objekten, sondern
auch als Kuratoren des gesamten Informationsraums, der ein Objekt umgibt. Sie unterziehen den Designprozess selbst experimenteller Erforschung und lassen die Ergebnisse in ihre Produkte einfließen. Damit halten Ungewissheit und Unkontrollierbarkeit Einzug in ihre Arbeit und werden zu deren leitendem Prinzip. Das fertige Objekt fungiert als Linse, die den Betrachter inspiriert, die Welt um ihn herum mit neuer Aufmerksamkeit zu betrachten.

Teilnehmende Designer

Christien Meindertsma erkundet minutiös den Lebenszyklus und die Eigenschaften der von ihr verwendeten Rohmaterialen wie Flachs oder Wolle. Die
Künstlerin lenkt den Blick auf die Verbindungen zwischen Rohmaterial, Produktion, Endprodukt und Konsumenten, die in der globalisierten, von Massenproduktion bestimmten Welt unsichtbar geworden sind. Um mehr Transparenz in diese Beziehungen zu bringen, trägt Meindertsma die Ergebnisse ihrer Forschungen in Filmen und Fotos zusammen. Mit der Bedeutung eines "Ortes" als Ankerpunkt von Geschichte und Identität
beschäftigt sich die Arbeit von Lonny van Ryswyck und Nadine Sterk alias AtelierNL In der Keramikserie Drawn From Clay besteht jedes Stück aus einer
AtelierNL. anderen Tonerde, die van Ryswyck und Sterk an verschiedenen Bauernhöfen in der Noordoostpolder in Holland sammelten. "Ein Eimer, gefüllt mit Erde, ist anonym. Aber die Geschichten des Bauern, der die Erde bearbeitet, verleihen ihr eine Identität", so die Designer. Die unterschiedlichen Bestandteile der an verschiedenen Orten gesammelten Erdproben geben dem gebrannten Ton seine einzigartige Farbe und Struktur. Die in der Ausstellung präsentierte Clay Maschine zeigt den Prozess vom Graben und Sammeln der Erde bis hin zur Produktion von Tonplatten.
Raw Color aus Eindhoven experimentiert mit natürlichen Farben, die das junge Designerduo Christoph Brach und Daniera ter Haar aus verschiedenen Obst- und Gemüsesorten gewinnt. Durch Extrahieren und Mischen der Säfte reduzieren sie die Farbe auf ihre visuelle Essenz, führen sie zurück auf ihren Ursprung und emanzipieren sie von Modeströmungen oder individuellem Geschmack. Das Ergebnis ist Raw Color, "Rohfarbe", deren Intensität auf Farbkarten, als "flüssige Palette" und in Druckpatronen konserviert wird. Für die Ausstellung öffnen Brach und Ter Haar ihr Farblabor, präsentieren ihre "flüssige Palette" und laden die Besucher dazu ein, sich an den Forschungen zu beteiligen. Lex Pott kontrastiert organische Strukturen, wie sie in der Natur vorkommen, mit den geometrischen Formen industrieller Fertigungsprozesse. "Ich möchte genau den Moment einfangen, in dem sich Natur und Industriekultur treffen." Das setzt er in außergewöhnlichen Tischen, Schränken und Bänken um, in denen in gleichem Maße die geometrische Logik der holzverarbeitenden Industrie und die Logik des natürlichen Wuchses sichtbar und greifbar werden. So zeigt Pott, wie im Designprozess Kreativität, Natur und praktische Möglichkeiten ineinander greifen und eine alternative Realität gestalten.

Maarten Kolk und Guus Kusters versuchen in ihren Arbeiten die exklusive Schönheit und Dynamik der Natur einzufangen. Ausgehend von der Idee, die
Farbe und das Licht von Wasser festzuhalten, experimentieren sie in Water under Construction mit den absorbierenden und wandelbaren Eigenschaften von Salz. Diese Untersuchung ist erst am Anfang und wird während der Ausstellung öffentlich fortgeführt werden. Das Ergebnis ist nach wie vor ungewiss.

Zur Museumseite: Museum Angewandte Kunst

Kategorien:
Design | Kunstgewerbe |  Ausstellungen im Bundesland Hessen | Ort:  Frankfurt am Main |
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