Nassauischer Kunstverein
65185 Wiesbaden
Wilhelmstraße 15

The Desire Called Utopia and Other Science Fictions

Laufzeit: 04. November 2017 bis 17. Dezember 2017

Die KünstlerInnen hinterfragen in der international besetzten Ausstellung mit ironischem oder kritischem Blick Zukunftsvisionen verschiedener Generationen.

Mit der Gruppenausstellung The Desire Called Utopia and Other Science Fictions beteiligt sich der Nassauische Kunstverein bereits zum vierten Mal an der B3 Biennale des bewegten Bildes, die in diesem Jahr das Thema DESIRE beleuchtet. Arbeiten von zehn internationalen Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit zukunftsgerichteten Szenarien auseinandersetzen, sind erstmalig im Rhein-Main- Gebiet zu sehen.

Das Verlangen des Menschen, in unbekannte Sphären vorzudringen, aber auch neue Ideen zu entwickeln, um (vermeintliche) Probleme zu lösen und sich somit das Leben zu vereinfachen, führte und führt zu absurden Ausuferungen. The Desire Called Utopia and Other Science Fictions richtet den Blick auf Zukunfts(wunsch)visionen verschiedener, auch in der Vergangenheit liegender Generationen der Menschheit. Eine Dekade nach der gleichnamigen Veröffentlichung des amerikanischen Theoretikers Frederic Jameson, der sich mit zwei polarisierenden Merkmalen des Zeitalters der Globalisierung auseinandersetzt, dienen seine Thesen als Ausgangspunkt für eine international besetzte Gruppenausstellung. Die Künstlerinnen und Künstler blicken mit kritischem aber auch ironischem Blick aus der Gegenwart auf diese zukunftsgerichteten „Verbesserungen“ der Vergangenheit oder schaffen weitere Utopien beziehungsweise Lösungsansätze für die Zukunft.

Die gesellschaftliche Bedeutung der Entwicklung von atemberaubenden neuen Technologien sowie das Verhältnis von Science-Fiction und Utopie werden durch die Repräsentation des Anderen, des Lebens in fremden Welten und durch die Entlarvung gescheiterter Visionen ironisch kommentiert. Die fremden oder zukünftigen Welten bewegen sich zwischen Sphären von mythisch angehauchtem, realem Nationalismus und sterilen, rosaroten bis violetten virtuellen Räumen, in denen sich mit Superkräften behaftete Avatare bewegen. Geheimnisvolle High-Tech-Anlagen stehen Internierungslagern und Staubsaugern gegenüber. Geisterhafte Stabschrecken treffen auf sprechende Artificial Intelligence-Kätzchen, quietschend fröhliche Popkultur auf Katastrophen, die über eine Smartphone-App ausgelöst werden können. Am Ende siegt die Liebe und Streichinstrumente kommunizieren mit dem Licht. Selbst ohne die entsprechende Filmkulisse verbinden sich in diesen Welten auf vielfache Art und Weise Schrecken und Spaß.

In Videos, Fotografien, Digitalprints, Graphic Novels sowie Virtual Reality- und Soundinstallati- onen werden die Realisierbarkeit von Utopien und der Realitätsgehalt von Science Fiction auf den Prüfstand gestellt. Steckt in Science Fiction – gerade aus der Zukunft betrachtet – ein viel größerer Realitätsgehalt als es der Begriff zunächst vermittelt?

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