Museum Barberini
14467 Potsdam
Humboldtstraße 5–6

Farbe und Licht - Der Neoimpressionist Henri-Edmond Cross

Laufzeit: 17. November 2018 bis 17. Februar 2019

Henri-Edmond Cross (1856–1910) gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des französischen Neoimpressionismus. Gemeinsam mit seinem Freund und Künstlerkollegen Paul Signac entdeckte er die Côte d’Azur für die Malerei. Zwischen den Impressionisten um Claude Monet und den Vorreitern des Expressionismus um Henri Matisse markiert sein Œuvre eine entscheidende Etappe auf dem Weg zur Wertschätzung der Farbe als einem autonomen Gestaltungsmittel und damit in Richtung der Abstraktion. In Deutschland wurde er früh als ein Vorreiter der Moderne gefeiert. In Zusammenarbeit mit dem Musée des impressionnismes in Giverny zeigt das Museum Barberini die erste Retrospektive, die Cross an einem deutschen Museum gewidmet ist.

Neben seiner herausragenden Rolle innerhalb der neoimpressionistischen Bewegung nimmt sie seinen Einfluss auf die spätere Entwicklung der französischen Avantgarde in den Blick und beleuchtet Cross’ Bedeutung als einer der großen Pioniere der Malerei des 20. Jahrhunderts. Henri-Edmond Delacroix wurde 1856 im nordfranzösischen Douai geboren. Seine künstlerische Ausbildung begann 1866 bei Carolus Duran, gefolgt von Unterricht an den Écoles Académiques de Dessin et d’Architecture in Lille sowie bei den Pariser Malern François Bonvin und Émile Dupont-Zipcy. Ab 1883 stellte er unter dem Pseudonym Cross aus, um Assoziationen mit dem berühmten Maler Eugène Delacroix zu vermeiden. Im Jahr darauf gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Salon des Indépendants, wo er die Bekanntschaft Paul Signacs machte und mit wenigen Ausnahmen bis 1910 prominent vertreten war. Unter dem Einfluss Georges Seurats experimentierte er ab Beginn der 1890er Jahre mit der neuen Maltechnik des Pointillismus, bei der leuchtende Farben in kurzen Pinselstrichen nebeneinandergesetzt werden. Frühe neoimpressionistische Gemälde wie Stierkampf (ca. 1891–92, Privatbesitz) oder Das Haar (ca. 1892, Musée d’Orsay, Paris) können als Hommage an den großen Vorreiter des Neoimpressionismus gedeutet werden.

Die Retrospektive umfasst insgesamt rund 100 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen aus sämtlichen Werkphasen des Künstlers, darunter Leihgaben aus dem Musée d’Orsay in Paris, dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid, der Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen, dem Museum of Fine Arts in Houston, dem Toledo Museum of Art in Ohio, dem Chrysler Museum of Art in Norfolk, sowie zahlreiche Werke aus internationalen Privatsammlungen. Zu den Highlights der Retrospektive gehören zwei von Cross’ frühesten neoimpressionistischen Strandbildern, Calanque des Antibois (1891–92) und Plage de la Vignasse (ca. 1891–92), die von der National Gallery of Art in Washington und dem Musée d’art moderne André Malraux in Le Havre zur Verfügung gestellt werden. Ein weiterer Höhepunkt sind Cross’ bislang weitgehend unbekannte Schwarz-Weiß-Zeichnungen, die mit Kohle oder Crayon Conté ausgeführt wurden und die seinen engen Dialog mit den Papierarbeiten Georges Seurats eindringlich vor Augen führen.

Zur Museumseite: Museum Barberini

Kategorien:
Kunst | 19. Jahrhundert | Europa |  Ausstellungen im Bundesland Brandenburg | Ort:  Potsdam |
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