teamwork

Laufzeit: 28. August 2022 bis 03. Oktober 2022  

Bei dieser Ausstellung steht das gemeinschaftliche Arbeiten und nicht die Einzelleistung im Vordergrund. In einem Wort: Teamwork!

Maëva und Arnaud Grapain sind Bruder und Schwester und arbeiten konsequent gemeinsam an ihren Arbeiten. Swaantje Güntzel und Jan-Philip stehen in ihrem jeweiligen Werk zwar eigenständig da, haben allerdings auch ganze Serien, in denen sie in ihrem performativen Werk gegenseitig auftauchen und als Paar die Aktionen gemeinsam ausführen. Susanne Mewing und Erich Gruber wiederum verbindet eine künstlerische Freundschaft. Es gibt einen Anfang in ihrem Werk, der erste Strich wird gesetzt, und ab da schicken sich die beiden zwischen Hamburg und Salzburg ihre Arbeiten hin und her, ergänzen, übernehmen, verändern oder lassen es stehen. Im Endprodukt – den abgeschlossenen Zeichnungen – lassen sich die einzelnen Parteien fast gar nicht mehr voneinander unterscheiden.

Kuratiert von Claudia Rasztar

Standen Künstler - und seltener Künstlerinnen - seit dem 16. Jahrhundert vor allem in den Diensten des Adels und des Klerus, entwickelte sich im Zuge der Moderne ein unabhängig und weitgehend frei arbeitender Künstlertypus. Die Vorstellung, dass jemand, der künstlerisch tätig ist, vor allem alleine arbeitet und aus sich heraus seine Werke schafft, breitete sich seit dem 19. Jahrhundert aus und führte auch zu Künstlermythen. Einsamkeit und Originalität schienen in dieser Vorstellung untrennbar miteinander verbunden. Es galt das Primat des Originals und das Genie, das solche hervorbrachte, nahm dafür im Gegenzug auch Armut und Aufopferung für die Kunst in Kauf. Heute sind Künstler*innen viel stärker in die Abläufe der freien Marktwirtschaft eingebunden, müssen ihr Werk auf verschiedenen Wegen anbieten und sich im besten Fall auch sich selbst gut „verkaufen“. Die persönliche Handschrift und das Aufbauen eines festgelegten Werkes bzw. „Stiles“ hingegen treten zurück. In diesem Zusammenhang ist es interessant sich einmal anzuschauen, wie Künstler-Kollektive funktionieren, wie das gemeinschaftliche Arbeiten gelingt – eben gerade dann, wenn die ausgewiesene Einzelleistung nicht im Vordergrund steht.

Dafür hat die Kuratorin Claudia Rasztar drei ganz unterschiedlichen Konstellationen nach Agathenburg eingeladen: Wie aus einer anderen Welt – einer versunkenen oder einer in der Zukunft vorstellbaren - kommend erscheinen die Installationen des Duos Maëva und Arnaud Grapain aus Frankreich. Zombie-Materialien nennen die beiden ihre Materialien und tatsächlich sehen sie wie hochgiftige Abfallstoffe aus, die niemals von der Erde verschwinden. Es ist eine fiktive Archäologie der heutigen Zeit, in der die Menschen so viel Müll, Überbleibsel und Reststoffe ansammeln wie nie zu vor. Themen wie Umwelt, Nachhaltigkeit, Ernährung und Heimat bewegen das international erfolgreiche Künstlerpaar Swaantje Güntzel und Jan-Philip Scheibe seit 2009. Sie vereinen in ihrem Werk die Bereiche Kunst und Wissenschaft. In humorvollen Performances, in Installationen, Skulpturen, Videos und Fotografien werden Themen rund um Landschaftsveränderung, Ernährung und Müllverschmutzung im buchstäblichen Sinn „beackert“, denn nicht nur der Innenraum wird bespielt, sondern auch draußen, mitten in der Landschaft, findet diese Kunst statt. Eine besondere Form des Austauschs und der Kunst veranstalten Erich Gruber aus Salzburg / Österreich und Susanne Mewing aus Hamburg, die ihr gemeinsames Projekt aus ihren zusammengezogenen Nachnamen GRUWING nennen. Sie beginnen jeweils in ihren Ateliers Zeichnungen, die sie dann dem oder der anderen per Post zuschicken. Dort wird weitergezeichnet, ergänzt, vervollständigt oder auch umgestürzt.

Kategorien:
Kunst | Zeitgenössische Kunst | 21. Jahrhundert |  Ausstellungen im Bundesland Niedersachsen | Ort:  Agathenburg |
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