Harald Fuchs - Das Paradoxe von Schrödingers Katze
Installationen und Zeichnungen

Laufzeit: 25. März 2007 bis 29. Juli 2007

Harald Fuchs – Das Paradoxe von Schrödingers Katze (oder wie wäscht man sein Geschirr mit schmutzigem Spülwasser…). Installationen und Zeichnungen
(in der Ausstellungshalle bis 29.07.2007)

Harald Fuchs geht es in seiner eigens für Moyland entwickelten Installation, bei der Glas, Licht und Lichtprojektionen mit stehenden und bewegten Bildern auf freihängenden Projektionsleinwänden sowie Klang zum Einsatz kommen, um das Spannungsfeld zwischen Kunst, Naturwissenschaft und Religion, zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem. Inspirationsquelle für die vom Künstler für konzipierte Installation ist u.a. der sog. „Otto-Hahn-Tisch“ von 1938 (heute im Deutschen Museum München), eine Versuchsanordnung zum Nachweis der Möglichkeit kontrollierter Kernspaltung von Otto Hahn und Fritz Strassmann.

INSTALLATION
Eigens für die Moyländer Ausstellungshalle hat Harald Fuchs eine neue Licht- und Klanginstallation geschaffen. In der abgedunkelten Mittelhalle arbeitet er mit großen, z.T. kabinettartig angeordneten Projektionsfolien und Spiegelflächen. Auf diese werden mit Hilfe von Beamern bewegte Bilder projiziert. So entstehen Transparenzen und Reflektionen, die je nach subjektivem Betrachtungswinkel in steter Veränderung begriffen sind.
Kugeln und Kreise als energiereichste Formen sind dabei ein durchgehendes Motiv: Billardkugeln, die über konzentrische Kreise empor spritzenden Wassers rollen, Wassertropfen auf einer zerkratzten Platte, deren Struktur an die Nebelkammer-aufnahmen aus früheren Kernforschungslaboren erinnert. Dazu sind Klänge von aneinander stoßenden Billardkugeln zu hören, die nur ab und zu mit den Bildern übereinstimmen.
Spiegel öffnen imaginäre Räume und reflektieren einander ins Unendliche. Sie führen uns vor Augen, dass die Frage nach der Realität eine Definitionsfrage ist: Gibt es die gespiegelten Räume, weil ich sie sehe? Gibt es sie nicht, weil ich sie nicht betreten kann? Nach den Regeln der Quantenphysik kann beides richtig sein! Der Betrachter beobachtet sich selbst und andere beim Betrachten. Er verändert die Installation durch seine bloße Anwesenheit, seine Spiegelbilder. Er wird – natur-wissenschaftlich gesehen – selbst Teil der Versuchsanordnung.
Das Eigentliche der Installation sind nicht die sichtbaren Objekte, sondern die durch diese “Versuchsanordnung” und das Licht sichtbar gemachten Bilder und Prozesse. Die teils in slow motion aufgenommenen, teils rückwärts ablaufenden Filme zeigen an sich ganz banale Gegenstände wie Billardkugeln und Wassertropfen in unterschiedlichen Energieformen.
Diese bewegen sich auf scheinbar berechenbaren Bahnen, dann wiederum entgegen den Gesetzen der Schwerkraft (Billardkugeln), unter Hitzeeinwirkung schwingend, umher flitzend oder innerlich brodelnd und zusammengehalten durch eine enorme Oberflächenspannung (Wassertropfen). Diese Bilder aus der makrokosmischen Welt können (müssen aber nicht!) als Analogien zu Impulsen, Drehungen, Bewegungen des Anziehens und Abstoßens im Bereich der mikrokosmischen Welt gesehen werden. Ihre - bei genauer Betrachtung - teils den Alltagserfahrungen widersprechenden Bewegungsverläufe könnten auch darauf anspielen, dass die Gesetze der makrokosmischen Welt nicht überall ihre Gültigkeit haben.
Das als „Schrödingers Katze” bekannte Gedankenexperiment des österreichischen Quantentheoretikers Erwin Schrödinger diente Harald Fuchs als Inspirationsquelle. Geleitet wurde der Künstler auch von einem Diktum des Physikers Werner Heisenberg: “Im Innersten der Welt gibt es das Dritte, das die Logik so gerne ausschließen möchte, nämlich neben dem Sein und dem Nichtsein auch noch das Möglichsein.”

ZEICHNUNGEN / SIEBDRUCKE
Flankiert werden die raumgreifenden Installationen in der Ausstellung von zweidimensionalen Werken, in denen der Künstler seine ‘Befragungen’ zur Thematik der sichtbaren und unsichtbaren Phänomene im Medium der großformatigen Graphitzeichnung und des Unikatsiebdrucks vornimmt.

Katalog: Es erscheint ein Katalog

Kategorien:
Kunst | Zeitgenössische Kunst |  Ausstellungen im Bundesland Nordrhein-Westfalen | Ort:  Bedburg-Hau |
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