Osterteppich aus dem Kloster Lüne

Laufzeit: 19. März 2007 bis 03. Juni 2007

Der Osterteppich* nimmt unter den zehn Bildteppichen, die im Kloster Lüne zwischen 1492 und 1505 gestickt wurden, den hervorragenden Platz ein – nach Darstellungsprogramm und Größe geurteilt. In einer für das Spätmittelalter ungewöhnlich streng geometrischen Komposition zeigt er die Ordnung des Jahres, bezogen auf die Auferstehung Christi als Vollendung der Erlösung.

Der Auferstandene steht, umgeben von Engeln und Kriegsknechten, im Zentrum einer Kreiskomposition, die den Stern der Woche und die „Sphärenharmonie“ in Gestalt von Engeln im Ring der Monde unter der Sonne zeigt. Sieben Sternzacken, jede mit einem kleinen Stern gefüllt, symbolisieren dabei die Tage der Woche, zwölf Glocken die Stunden des Tages und zwölf Monde die Monate.

In den vier Ecken des Mittelfeldes finden sich Symbole der Auferstehung und der Errettung vom Tode: ein Adler, der ein Junges der Sonne entgegen trägt; der sich im Feuer verjüngende Phönix; der Löwe, der seine totgeborenen Kinder durch den eigenen Atem zu beleben versucht; der Pelikan, der seine Jungen mit dem eigenen Blut nährt. In das Konzert der musizierenden Engel fallen die (niederdeutsch rufenden) Vögel und Fabelwesen in den 46 Feldern des Randstreifens ein und bringen in das theologisch-lehrhafte Programm des Mittelfeldes eine volkstümliche Note.

Die umlaufende lateinische Inschrift berichtet von der Anfertigung des Bildteppichs unter der Äbtissin Sophie von Bodendike im Jahre 1504, zugleich aber auch von deren Tode im gleichen Jahr. Die Engel in den Ecken des Teppichs halten aber außer dem Wappen von Bodendike und des 1505 ausgeschiedenen Probstes Nikolaus Schomaker auch diejenigen ihrer Nachfolger, der Äbtissin Mechthild Wilde und des Probstes Johann Lorbeer. Die Arbeit am Osterteppich muß sich also mindestens bis in das Jahr 1505 hingezogen haben.

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