Museum August Macke Haus
53119 Bonn
Bornheimer Straße 96

Lebenswelten
Stillleben, Interieur und Kunsthandwerk im rheinischen Expressionismus

Laufzeit: 25. September 2008 bis 25. Januar 2009

Vor dem Hintergrund der Ideen von einem übergreifenden Gesamtkonzept als Spiegel des neuen Menschen u. angeregt durch die englische arts & crafts Bewegung, den Jugendstil u. andere Reformbewegungen entwickelte sich die Wahrnehmung u. Gestaltung des eigenen häuslichen Lebensumfeldes bei August Macke u. den rheinischen Expressionisten zu einem wichtigen Thema. Einerseits entstanden Interieur-Darstellungen u. Stillleben, in denen die Künstler nicht selten die bürgerliche Welt ihrer Herkunft psychologisierend hinterfragten, andererseits begannen sie vielfach selbst kunstgewerbliche Objekte, etwa Vasen, Dosen oder Schmuck herzustellen u. ihre eigene Lebenswelt entsprechend mit selbst entworfenen Möbeln, Teppichen oder Stoffen zu gestalten. Das private Ambiente wurde so zum unmittelbaren Ausdruck ihrer Persönlichkeit u. stand im Einklang mit ihrem künstlerischen Denken u. Arbeiten. Rund 120 zum Teil noch nie gezeigte kunsthandwerkliche Arbeiten und Gemälde sind zu sehen.

Das eigene häusliche Lebensumfeld war für die rheinischen Expressionisten ein wichtiges Thema, das sie einerseits in ihrer Malerei reflektierten und andererseits praktisch zu gestalten suchten. In Interieurdarstellungen inszenierten die Künstler ihr privates Ambiente und hinterfragten dabei nicht selten die bürgerliche Welt ihrer Herkunft. Die Gattung des Stilllebens diente zudem als ein vielfältiges Experimentierfeld für innovative Bildideen und neue stilistische Ansätze.

Vorbereitet durch die Reformbewegungen der Jahrhundertwende und gefördert durch den Besuch der fortschrittlichen Kunstgewerbeschulen in Krefeld und Düsseldorf, in denen etwa August Macke, sein Neffe Helmuth und Heinrich Campendonk studierten, war das Interesse an der Gestaltung der eigenen Lebenswelt erwacht: Es entstanden zahlreiche kunsthandwerkliche Objekte wie etwa Vasen, Dosen, Schüsseln und Schmuck. Darüber hinaus begannen die Künstler und Künstlerinnen ihre eigenen Möbel, Teppiche oder Stoffe zu entwerfen oder ihre Wohnungen auszumalen. Der private Raum wurde damit zu einem Spiegel der eigenen Persönlichkeit.

Dem Bedürfnis, das gesamte Lebensumfeld gestaltend zu verändern, lag ein gedankliches und praktisches Gesamtkonzept zugrunde: Alte Hierarchien zwischen Kunst und Kunstgewerbe sollten keine Gültigkeit mehr haben. Auch die Volkskunst, traditionelle Handwerkstechniken oder außereuropäische Kultobjekte wurden als ebenbürtig und anregend wahrgenommen. Damit standen die Künstler im Einklang mit der deutschen Werkbund-Bewegung, die Anfang des 20. Jahrhunderts genau diese Zusammenführung von Kunst und Handwerk auf ihre Fahnen schrieb. Entscheidendes Bindeglied war dabei der Künstler als Erfinder neuer Formen, der die Veredlung der gewerblich-industriellen Produktion ankurbeln sollte. Viele der rheinischen Expressionisten nahmen an diesem Gestaltungsprozess unmittelbaren Anteil, waren Mitglied in der Kölner Vereinigung für Kunst in Handel und Gewerbe und entwarfen ihre Keramik, Graphik oder Stickereien für kommerzielle Auftraggeber.

Rund 120 Exponate, darunter 40 Gemälde und zahlreiche kunstgewerbliche Arbeiten von Heinrich Campendonk, Ernst M. Engert, Max Ernst, Franz M. Jansen, Joseph Kölschbach, Fifi Kreutzer, August Macke, Helmuth Macke, Marie von Malachowski-Nauen, Heinrich Nauen, Walter Ophey, William Straube und Hans Thuar treten in dieser Ausstellung in einen unmittelbaren Dialog miteinander – ganz im Sinne der ganzheitlichen expressionistischen Vorstellung.

Katalog: 20.- Euro; online bestellbar über www.velbrueck.de/macke/

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Kategorien:
Kunst | Kunstgewerbe |  Ausstellungen im Bundesland Nordrhein-Westfalen | Ort:  Bonn |
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