Museum August Macke Haus
53119 Bonn
Bornheimer Straße 96

Christus an Rhein und Ruhr
Zur Wiederentdeckung des Sakarlen in der Moderne 1910 - 1930

Laufzeit: 29. Mai 2009 bis 13. September 2009

Die Ausstellung „Christus an Rhein und Ruhr – Zur Wiederentdeckung des Sakralen in der Moderne 1910 - 1930“ erinnert an ein Jahrhundertphänomen, das in allen Kultur prägenden Disziplinen virulent war. Vor allem nach der Erschütterung, die der Erste Weltkrieg bedeutet hatte, verdichtete sich in der urbanen Kultur des Rheinlandes der messianische Geist, der bis weit in die zwanziger und frühen dreißiger Jahre Künstler und Schriftsteller zu innovativem Schaffen anregte. Philosophie und Theologie, Architektur, Kunstgewerbe und Musik zehrten vom neuen Christusbild. Rund 80 Werke, Malerei, Graphik, Plastik, Keramik und Bühnenbilder u. a. von Herm Dienz, Otto Freundlich, Heinrich Hoerle, Franz W. Jansen, Will Küpper, Else Lasker-Schüler, Wilhelm Lehmbruck, August Macke, Marie von Malachowski-Nauen, Carlo Mense, Heinrich Nauen, Walter Ophey, Otto Pankok, Lotte B. Prechner, Franz W. Seiwert; Adalbert Trillhaase, Egon Wilden, Emil Zuppke.

Mit dem 20. Jahrhundert beginnt die Suche nach einem ‚neuen Selbst’, einer ‚Neuen Gemeinschaft’, einem ‚Neuen Menschen’. Künstler und Schriftsteller wandten ihren bürgerlichen Welten den Rücken und schlossen sich in eigenen Gruppen zusammen, um die Fragen einer neuen Kunst zu erörtern und sich selbst neu zu definieren, abseits der schöngeistigen und im Historismus schwelgenden Formkunst des 19. Jahrhunderts. Allzu sehr empfand man die Kälte, die die gesellschaftlichen Verhältnisse bestimmte. Der emanzipatorischen bürgerlichen Kraft des frühen 19. Jahrhunderts war die Enttäuschung gefolgt. Ferdinand Tönnies hatte mit seiner Diagnose „Gemeinschaft und Gesellschaft“ schon 1886 ein Gegensatzpaar definiert, das es nun auszufüllen galt. In bemerkenswerter Weise kam es im Zuge der Suche nach Leitbildern zur Wiederentdeckung spiritueller Grundschichten, ja zu einer Renaissance Christi und einer sakralen Welt, Referenzen, die lange unter dem Nihilismuspostulat der Moderne verschüttet waren.
Die Ausstellung „Christus an Rhein und Ruhr“ erinnert an ein Jahrhundertphänomen, das in allen Kultur prägenden Disziplinen virulent war. Der Kölner Künstler Franz W. Seiwert motivierte mit seinem vor 1925 entstandenen, undatierten Glasbild „Christus im Ruhrgebiet“ zum Titel der Ausstellung. Christus durfte nicht länger in der süß-kitschigen Stilisierung einer weltfernen, zeitlosen Bildwelt und kommerzialisierten Andachtskultur verkommen. Hier und Jetzt, angesichts der Entfremdungserfahrungen der Moderne, besann man sich auf die Wirkmacht und spirituelle Kraft Jesu und reaktivierte eine verschüttete kulturelle Erinnerung. Christus erschien, wie in seiner Zeit, als der Leidende und als Retter zugleich. Dies galt vor allem nach der Erschütterung, die der Erste Weltkrieg bedeutet hatte. In der urbanen Kultur des Rheinlandes verdichtete sich der messianische Geist, der bis weit in die zwanziger und frühen dreißiger Jahre Künstler und Schriftsteller zu innovativem Schaffen anregte. Philosophie und Theologie, Architektur, Kunstgewerbe und Musik zehrten vom neuen Christusbild. Es bedeutete immer mehr als eine Erweiterung des künstlerischen Themenkanons.
Rund 80 Werke - Malerei, Graphik, Plastik, Keramik, Bühnenbilder - u. a. von Herm Dienz, Otto Freundlich, Heinrich Hoerle, Franz W. Jansen, Will Küpper, Else Lasker-Schüler, Wilhelm Lehmbruck, August Macke, Marie von Malachowski-Nauen, Carlo Mense, Heinrich Nauen, Walter Ophey, Otto Pankok, Lotte B. Prechner, Franz W. Seiwert; Adalbert Trillhaase, Egon Wilden und Emil Zuppke.

Katalog: Christus an Rhein und Ruhr: Zur Wiederentdeckung des Sakralen in der Moderne, 2009, 269 Seiten

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Kategorien:
Kulturgeschichte | Kunst |  Ausstellungen im Bundesland Nordrhein-Westfalen | Ort:  Bonn |
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