"Aus der Seele muß man spielen ..." Klangwelt und Instrumentenbau zur Zeit C. P. E. Bachs

Laufzeit: 07. März 2014 bis 30. Dezember 2014

Zum 300. Geburtstag von Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) zeigt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) Musikinstrumente aus der Epoche des Spätbarock und der Empfindsamkeit. „Aus der Seele muß man spielen, und nicht wie ein abgerichteter Vogel“, so beschreibt Bach in seinem berühmten „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“ das Musikverständnis seiner Epoche. Der zweitälteste Sohn von Johann Sebastian Bach übernimmt 1768 als Nachfolger seines Taufpaten Georg Philipp Telemann die Stellung des städtischen Musikdirektors und Kantors am Johanneum in Hamburg und wird director musices der fünf Hamburger Hauptkirchen.

Als europaweit anerkannter Künstler, der zu den bedeutendsten Musikern des 18. Jahrhunderts zählt, lebt Bach bis zu seinem Tod 1788 in der Hansestadt. Hier pflegt er regen gesellschaftlichen Austausch mit Künstlern und Gelehrten der Aufklärungszeit wie Friedrich Gottlieb Klopstock, Matthias Claudius, Johann Georg Büsch (u. a. Mitbegründer der Patriotischen Gesellschaft), Johann Albert Heinrich Reimarus und anderen. Die Ausstellung zeigt rund 25 Meisterwerke des Hamburger Instrumentenbaus, darunter reich dekorierte Streich- und Zupfinstrumente aus der Werkstatt Joachim Tielkes sowie Hamburger Clavichorde und Cembali der Werkstätten Hass und Zell. Zum ersten Mal in dieser Ausstellung öffentlich zu sehen ist auch ein Kontrabass von Christoff Fleischer aus dem Jahr 1657. Er wurde vor einigen Jahren durch einen Glücksfall entdeckt und ist das älteste datierte Hamburger Musikinstrument.



Die Ausstellung gibt einen Überblick über das Leben und Schaffen C. P. E. Bachs und berichtet von seiner Zeit als Cembalist am Hof Friedrich II. in Berlin sowie insbesondere von seinen späteren Hamburger Jahren. Sie erzählt außerdem von der Entstehung der bürgerlichen Musikkultur im 18. Jahrhundert. Bachs Klaviersonaten waren für ein bürgerliches Publikum bestimmt und sehr beliebt. Die Ausstellung spannt dabei den zeitlichen Rahmen über die Lebenszeit Bachs hinaus und verfolgt die Traditionslinien insbesondere des Hamburgischen Instrumentenbaus bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhundert zurück.



Einen lebendigen und anschaulichen Zugang zur Epoche und zu den Instrumenten bietet ein umfangreiches medienbasiertes Vermittlungsangebot, das in Zusammenarbeit mit Prof. Frank Böhme und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg entwickelt wurde. Die Klangwelt der Zeit des Bachsohnes wird hier erlebbar: In zwanzig Musikfilmen spielen junge Musiker Werke des „Hamburger Bach“ und seiner Zeitgenossen. Viele der ausgestellten historischen Instrumente, die teilweise Jahrzehnte nicht gespielt wurden, sind zu hören. Die Besucher können die Stücke per Audio- und Videoclip hören und in die Zeit eintauchen. Konzert- und Vortragsveranstaltungen ergänzen das Programm. Das produzierte Material wird nach der Laufzeit der Ausstellung teilweise in das geplante, modular angelegte Medienangebot für die Musikinstrumentensammlung übernommen.

Kategorien:
18. Jahrhundert | Musik |  Ausstellungen im Bundesland Hamburg | Ort:  Hamburg |
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