Richard Haizmann. Frühe Zeichnungen und Skulpturen

Laufzeit: 05. Juni 2014 bis 10. Mai 2015

„Es wächst alles in einer Art inneren Feuers aus mir heraus“ – so empfand es Richard Haizmann (1895-1963), als er sich 1924 entschloss, Künstler zu werden. Der Künstler, tief religiös im Badischen aufgewachsen, zog direkt nach dem Gymnasium als Freiwilliger in den Weltkrieg. 1917 lernte er den hannoverschen Kunsthändler Herbert von Garvens-Garvensburg kennen, der ihn nach dem Krieg in den Kunsthandel einführte. Ende 1922 eröffnete Haizmann in Hamburg seine eigene Galerie, das Graphische Kabinett, und stellte gleich zu Beginn Vincent van Gogh und Emil Nolde aus.

Aber schon nach zwei Jahren gab Haizmann seine Galerie auf, um sich selbst auf den eigenen künstlerischen Weg zu begeben. Innerhalb von einem Jahrzehnt entstand ein kraftvolles, gleichermaßen eigenwilliges wie rätselhaftes Werk: vor allem Zeichnungen und Skulpturen, aber auch Keramiken und Schmuck sowie einige Lithografien und Gemälde. Max Sauerlandt, 1919 bis 1933 Direktor des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, war voller Lob über die ersten Zeichnungen: „Das sind Wesen einer frühen Kultur, die noch ganz mit Gott verbunden war. Geheimnisvoll, aber nah und fern zugleich. Nie habe ich so etwas gesehen. Da müssen Sie aber weitermachen.“ Haizmann begann mit ruhenden, verinnerlichten Gestalten, aber schon bald beschritt er den Weg von der Vereinfachung zur Abstraktion. Seine Menschen und Tiere lösen sich in Striche, Flächen und ornamentale Liniengefüge auf. Zeitgleich schuf Haizmann Skulpturen in verwandten Formen, stets auf der Suche nach inneren Werten, nach der Seele in der Form. Die Nationalsozialisten beendeten seine Karriere. Er gehörte zu den „entarteten“ Künstlern. Auch im MKG wurden viele seiner Werke beschlagnahmt. Er zog sich nach Nordfriesland zurück, in die Nachbarschaft von Emil Nolde in Niebüll. Es entstanden nun Zeichnungen in einem zunehmend realistischen Stil. Erst in den 1950er Jahren suchte er an die Symbolkraft seines Frühwerks anzuknüpfen. Das Richard Haizmann Museum in Niebüll bewahrt seinen Nachlass.



Eine Ausstellung mit Werken aus der Sammlung Hamburger Sparkasse. Rund 350 Exponate dieser Sammlung, vor allem von Künstlern der Hamburgischen Sezession, befinden sich seit 2002 als Dauerleihgabe im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg.

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