When We Share More Than Ever

Laufzeit: 19. Juni 2015 bis 20. September 2015

Mehr denn je wird geknipst und digitalisiert – unzählige Aufnahmen sammeln sich auf Festplatten und in Clouds, werden im Internet geteilt und kommentiert. Portale wie Facebook und Flickr, aber auch professionelle Bilddatenbanken lösen jedoch nur andere, ältere Formen der Archivierung, des Transfers und der Interaktion ab. Seit ihrer Frühzeit Mitte des 19. Jahrhunderts dient die Fotografie dazu, visuelle Eindrücke festzuhalten, aufzubewahren und zu kommunizieren. Im Rahmen der Triennale der Photographie Hamburg 2015 widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) den neuen Sammlungen und Gebrauchsweisen der Fotografie und denkt über das Teilen von Bildern nach.

Die Ausstellung zeigt, wie der kontinuierliche und zunehmende Austausch digitaler Fotografien heute an die Geschichte des analogen Mediums anknüpft. In zehn Kapiteln beleuchtet die Schau ausgewählte Bereiche fotografischer Praxis, in denen das Sammeln und Teilen von Bildern eine Rolle spielte – und immer noch spielt. Sie zeigt über 200 historische Werke aus der Sammlung des MKG und stellt ihnen zwölf zeitgenössische künstlerische Positionen gegenüber. In ihren Arbeiten reflektieren die Künstler die Gebrauchsweisen der digitalen Fotografie und die Mechanismen und Auswirkungen der neuen Medien. Sie beschäftigen sich mit dem Internet als neuem Bildarchiv, mit neuen Bildersammlungen wie Apple Maps, mit Fotografien auf eBay oder mit dem Austausch von Bildern über Mobiltelefone. Ein wichtiger Aspekt ist auch die digitale Bildersammlung als Recherchequelle und Inspiration für die Gegenwartskunst sowie die Bedeutung der klassischen analogen Sammlung für die heute vielbeschworene Bilderflut.
Die Ausstellung selbst ist als Archiv angelegt und reflektiert damit die möglichen Formen und Nutzungen eines solchen. Die Sammlungsexponate sind stellvertretend aus einem Bestand von rund 75.000 Fotografien ausgewählt und zeigen, wie sich fotografische Praktiken in der Sammlung des MKG niedergeschlagen haben. Im Unterschied zu einer auf Kunstfotografie ausgerichteten Sammlung spiegelt sie mehr den täglichen Einsatz des Mediums. Sie vereint unterschiedliche Verwendungsweisen, seien es im wissenschaftlichen Kontext entstandene Aufnahmen eines Instituts für Impulsphysik, die für Sisley entstandenen Modestrecke von Terry Richardson oder Max Schelers für den Stern fotografierte Reportage über die Clubszene in Liverpool.

Kategorien:
Fotografie | 21. Jahrhundert |  Ausstellungen im Bundesland Hamburg | Ort:  Hamburg |
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