Neues Museum
90402 Nürnberg
Luitpoldstr. 5

Tabula rasa. Werner Knaupp zum 80. Geburtstag

Laufzeit: 29. April 2016 bis 14. August 2016

Werner Knaupp (geb. 1936) zählt zu einer Generation von Künstlern, die sich das Gegenständliche zurückerobert hat. Insbesondere das Menschenbild und die Landschaft haben ihn seit den 1960er Jahren in immer neuen Werkgruppen und in verschiedensten Techniken beschäftigt. Er wurde wiederholt im Neuen Museum ausgestellt und ist in der Sammlung mit vielen Arbeiten – von Zeichnung und Malerei über Druckgrafik bin hin zu Skulpturen – vertreten. Der 80. Geburtstag, den Werner Knaupp am 3. Mai begeht, bietet die Chance, erstmalig ganz neue Arbeiten zu zeigen, die in ihrer Frische und Radikalität vergessen machen, dass sie aus einem Schaffen erwachsen sind, das inzwischen mehr als ein halbes Jahrhundert umfasst.

Schon die extrem nahsichtigen Fotos von Blumen im häuslichen Garten hatten 2012 für Überraschung gesorgt. Nun geht Werner Knaupp daran, die auf Verbundplatten kaschierten Aufnahmen größtenteils wieder abzuschaben. Er macht „tabula rasa", um damit ein ästhetisches Analogon zum zerstörerischen Zugriff des Menschen auf die Natur zu schaffen. Die vorangegangene Werkphase der Blumenbilder begreift er hingegen als Beschäftigung mit der „Natur ohne Mensch". Unermüdlich treibt er das Auslöschen, die Ausradierung der Blumenbilder immer weiter voran. Die Assoziation von Flächenfraß liegt nahe. Übrig bleiben weiße, neuerdings auch schwarze Formen von hoher Prägnanz. Dieser neuen Werkgruppe wird in einem zweiten Sammlungsraum Knaupps Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit des Menschen gegenübergestellt. Zwei Arbeiten treffen dort aufeinander: die Skulptur Schlachttisch von 1984 und der Kreuzweg von 1977-79, ein Zyklus von 14 Blättern, der zu den Hauptwerken des Künstlers zählt. Die traditionelle Kreuzweg-Ikonografie ist weitgehend aufgegeben. Nur die Darstellung eines Leibes mit ausgebreiteten Armen spielt auf die Kreuzigung an. Knaupps Kreuzweg interpretiert die Leidensgeschichte Christi als Urbild menschlicher Hinfälligkeit. Die Kohlezeichnungen und Gouachen entwerfen ein dramatisches Schreckensszenarium, das schonungslos den Menschen in seiner ganzen Kreatürlichkeit zeigt. Der Zyklus geht auf existenzielle Erfahrungen zurück, die der Künstler als Krankenpfleger im Nervenkrankenhaus Bayreuth sowie als Pfleger im Sterbehaus der Mutter Teresa in Kalkutta sammelte.

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