Kokoschka und die Zauberflöte

Laufzeit: 13. Juli 2016 bis 30. Oktober 2016

Oskar Kokoschka (1886-1980), enfant terrible der Wiener Moderne, gefeierter Expressionist nach dem Ersten Weltkrieg und renommierter Künstler im Londoner Exil, schuf ein reiches Alterswerk. Inspiriert wird er unter anderem von Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791) Die Zauberflöte, 1791 in Wien uraufgeführt. Die Oper regt mit ihren exotischen und mystischen Szenen nicht nur Musiker an, sondern fordert immer wieder auch bildende Künstler heraus. Das Libretto erzählt von Tempeln und Pyramiden, von ägyptischen Hallen, heiligen Hainen und idyllischen Gärten.

Oskar Kokoschka zeichnet 1954 für eine Au­fführung in Zürich und erneut 1965 für die Oper in Genf Bühnenbilder und Kostümentwürfe. Die Genfer Zeichnungen – rund 40 überwiegend große Arbeiten in bunten Kreiden – erwerben 1970 die B.A.T. Zigarettenfabriken und schenken sie dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG), das noch im selben Jahr eine große Kokoschka-Ausstellung eröffnet. Die Zeichnungen sind mit ihrem nervösen, mitunter skizzenhaft andeutenden und dann wieder heftig sich überlagerndem Strichgefüge typisch für das Spätwerk Kokoschkas. In dieser Ausstellung ist auch das erste Mal der Gobelin zu sehen, der nach Kokoschkas Entwürfen für das MKG in der Münchner Gobelin-Manufaktur gewebt wurde. Dieser für das Spätwerk Kokoschkas bedeu­tende Komplex wird im MKG – zuletzt 1985 – mehrfach ausgestellt. Nun ist er nach über 30 Jahren erneut vollständig zu sehen.

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