Willy Fleckhaus. Design – Revolte – Regenbogen

Laufzeit: 20. Januar 2017 bis 07. Mai 2017

Selten gehören Gestalter von Zeitschriften zu den Stars der Szene. Der Layouter steht eher im Hintergrund, man findet seinen Namen in keiner Copyright-Zeile, und er ist allenfalls Eingeweihten ein Begriff. Willy Fleckhaus (1925-1983) stellt diese Regeln auf den Kopf. Er zählt zu den stilbildenden Zeitschriften- und Buchgestaltern der fünfziger bis achtziger Jahre. International bekannt wird er durch sein bahnbrechendes Design der Lifestyle-Zeitschrift Twen, die durch ihre großzügige Gestaltung, moderne Typografie und Fotografie mehrere Generationen prägt. Dabei arbeitet Fleckhaus mit bedeutenden Fotografen zusammen, darunter Will McBride, Charlotte March oder Ulrich Mack.

Nicht ohne Grund nannte man ihn den „teuersten Bleistift Deutschlands“. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) zeigt eine umfassende Retrospektive mit über 350 Exponaten, darunter Abbildungen aus der Zeitschrift Twen, zahlreiche Fotografien, die als Vorlagen dienten, Arbeiten für Suhrkamp und andere Verlage und rund 50 Magazine der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Konkret verbinden sich mit dem Namen Willy Fleckhaus neben dem Jugendmagazin Twen die Illustrierte Quick (in ihren guten Jahren) oder das Supplement der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (ab 1980), Buchreihen wie die in den Farben des Regenbogens gehaltene Edition Suhrkamp, Ausstellungen zur Kölner Photokina oder das Erscheinungsbild des WDR.

Von den drei Schwerpunkten der Ausstellung steht die Zeitschrift Twen eindeutig im Vordergrund. Ein großes und entscheidendes Gewicht liegt dabei auf originalen Fotografien, oft ganzen Strecken, aus denen Fleckhaus seine Bildreihen zusammenstellt. In großen Aufnahmen zu sehen sind Stars wie Juliette Greco, Tina Turner, Jean Paul Belmondo oder Mick Jagger. Viele große Fotografen der Zeit sind vertreten, allen voran Will McBride, aber auch Richard Avedon mit seinen Porträts oder Ulrich Mack mit seiner berühmten Pferdeserie. Zu den gezeigten Illustratoren zählen herausragende Amerikaner wie Ben Shahn, der eine Reihe der frühen Titelillustrationen liefert, und Heinz Edelmann mit seinen poppigen Beatles, die in Yellow Submarine die Welt in einen psychedelischen Farbschleier tauchen.



Eine große Rolle spielen auch Fleckhaus‘ Arbeiten für Suhrkamp und andere Verlage. 1959 konzipiert er die Bibliothek Suhrkamp mit schlichter Typografie auf weißem Grund und einem zurückhaltend umlaufenden Farbstreifen. Ab 1963 erscheint die Edition Suhrkamp in jeweils einfarbigen Taschenbuchbänden, deren Buchrücken jedoch, in korrekter Erscheinungsfolge aufgestellt, einmal durch das Farbenspektrum wandern. Nach 48 Bänden beginnt der Regenbogen von neuem. Es folgen weitere Taschenbuch-Reihen, unter anderem auch für den Insel-Verlag. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist die Person Fleckhaus selbst. In der gesamten Ausstellung ist er mit Zitaten, Fotos, Skizzen und persönlichen Erinnerungsstücken präsent.

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