The Polaroid Project

Laufzeit: 16. März 2018 bis 17. Juni 2018

Polaroid! Die Marke ist längst zum universellen Mythos geworden. Sie hat Gebrauchsweisen ermöglicht, die – ein Blick auf Instagram genügt – die Alltagsfotografie bis heute beeinflussen. Die Ausstellung positioniert das Phänomen Polaroid an der Schnittstelle von Kunst und Technologie. Herausragende Künstlerinnen und Künstler – von Ansel Adams bis Andy Warhol – haben im Medium der Sofortbildfotografie neue Wege beschritten und die Ästhetik einer Ära geprägt. Mit rund 240 Werken von 120 Künstlern beleuchtet sie das ästhetische Spektrum der Sofortbildfotografie und stellt mit 87 Kameramodellen und Prototypen jene innovative Technik vor, die diese visuelle Revolution überhaupt erst ermöglichte. Die gezeigten Polaroids reichen von den Anfängen des Unternehmens 1955 bis 2015.

Der Schwerpunkt liegt auf Arbeiten aus den 1980er und 1990er Jahren. Der von Edwin H. Land 1947 in New York erstmals vorgestellte Sofortbildfilm verkürzt den zeitlichen Ablauf von Herstellung, Entwicklung und dem gemeinsamen Betrachten einer Fotografie auf wenige Minuten. Damit wurden Anwendungsformen initiiert, die in der digitalen Fotografie und in dem Teilen von Bildern oder Selfies auf Foto-Portalen im Internet fortleben. Der aktuelle Hype um Polaroid-Apps für Smartphones und die wieder auf den Markt gebrachten Sofortbildkameras zeigen die anhaltende Popularität des Mediums. In der digitalen Bilderflut hat sich jedoch die Einzigartigkeit des Polaroids in ihrem Charakter zu einem Gegenentwurf gewandelt: Mit der Aufnahme eines einmaligen Moments oder eines sozialen Ereignisses hält man ein analoges Unikat in der Hand und wartet mit Spannung und Vorfreude darauf, dass das Bild wie von Zauberhand langsam erscheint.

Die Ausstellung spiegelt die unterschiedlichen künstlerischen Herangehensweisen und Temperamente, aber auch die Vielfalt und Charakteristik von Material und Technik des Polaroids: Die Bandbreite reicht vom populären SX-70-Schnappschuss in seinem unverwechselbaren weißen Papierrahmen über den Polacolor- und Schwarzweißfilm im mittleren Format bis zum faszinierenden Detailreichtum des 20 x 24 Zoll Großpolaroids (50 x 61 cm). Im Studiosetting mit der Großbildkamera, die eigens von einem Operateur bedient wurde, entstehen seit den späten 1970er Jahren vor allem aufwendig inszenierte Stillleben und Porträts. Mit handlicheren Formaten von 3¼ x 4¼ und 4 x 5 Zoll (8,3 x 10,7 und 10,2 x 12,7 cm) lassen sich Ausschnitte aus dem Alltag dokumentieren, Objekte abstrahierend ins Bild setzen, flüchtige Eindrücke und Stimmungen einfangen oder auch expressive Selbstdarstellungen betreiben. Das SX-70-Polaroid mit weißem Rand besitzt einen Objektcharakter, der es zum idealen Material für Collagen, Übermalungen und Experimente mit dem Papier und den eingebetteten Chemikalien macht, aus denen gänzlich ungegenständliche Bildfindungen hervorgehen. Die sofortige Verfügbarkeit der Ergebnisse übt eine gewaltige Faszination auf Kunstschaffende aus, bietet sie doch ein Höchstmaß an Kontrolle über den Arbeitsprozess, der direkt in den eigenen Händen liegt. Die Ausstellung gliedert sich in acht Kapitel, die die verschiedenen Zugänge zum Polaroid-Material widerspiegeln: Befragungen, Beobachtungen, Impressionen, Abstraktionen, Expressionen, Bühnen, Anordungen und Instantaneität. Die Einleitung bildet ein Imagefilm SX-70 der Designer Charles und Ray Eames von 1972. Er verdeutlicht den Stellenwert der Kunst für die Polaroid Company und die Bedeutung der Technik als zwei Aspekte, die für das Phänomen Polaroid ausschlaggebend sind.

Kategorien:
Fotografie | Kunst | 20. Jahrhundert |  Ausstellungen im Bundesland Hamburg | Ort:  Hamburg |
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