Werkbundarchiv - Museum der Dinge
10999 Berlin
Oranienstraße 25

Einzelstück oder Massenware?

Laufzeit: 04. April 2019 bis 19. August 2019  

Technische Form, Maschinenform, Zweckform, Form ohne Ornament – insbesondere die Frage nach einer zeitgemäßen Form für alltägliche Güter prägt die programmatischen Auseinandersetzungen im Kontext von Werkbund und Bauhaus: Welche Form wird als modern verstanden? Welche Rolle spielt dabei die Forderung nach einem neuen Stil? In welchem Verhältnis steht die Formgestaltung zu den Produktionsbedingungen? Welche formalen Eigenschaften hat das handwerkliche oder künstlerische Einzelstück und welche die industrielle Massenware?

Im zweiten Projekt der Ausstellungsreihe »111/99« mit dem Titel »Einzelstück oder Massenware?« wird an ausgewählten Objekten und Dokumenten das Ringen um ein Konzept der modernen Gestaltung im frühen 20. Jahrhundert anschaulich gemacht.

In den zeitgenössischen Äußerungen zur Entwurfspraxis und der Produktion von Alltagsdingen ist ein Changieren zwischen dem Gefühl von Bedrohung durch die technischen Entwicklungen und einer Technikbegeisterung erkennbar, eine Zerrissenheit zwischen dem Wunsch nach individuellem Ausdruck und der Notwendigkeit die Bedürfnisse von Massen zu befriedigen. Das auf Modernität ausgerichtete Gestaltungskonzept zeigt sich in festen Formvorstellungen: Obwohl die Maschine alles produzieren kann, wurde in dieser Zeit das Bild eines wissenschaftlich fundierten, sachlich-glatten und technisch-nüchternen Industriestils entwickelt. Bestimmte Objekte wie Stahlrohrmöbel oder die Bauhaus-Leuchte aus Glas und Metall von Wilhelm Wagenfeld wurden zu Ikonen dieses insbesondere durch die Maschine definierten neuen Zeitstils erhoben.

Für die Entwürfe selbst wurde das Ziel einer massenhaften Verbreitung seinerzeit nur in den wenigsten Fällen erreicht. Gründe hierfür lagen unter anderem an der mangelnden Kenntnis über die realen und vielfältigen industriellen Produktionsbedingungen. Darüber hinaus wurde die durch die Moderne geprägte Ästhetik von einem Großteil der Menschen abgelehnt, da diese als zu kalt und nüchtern empfunden wurde.

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