MARIECHEN DANZ - CUBE CELL STAGE

Laufzeit: 10. März 2012 bis 03. Juni 2012

Mariechen Danz erforscht in unterschiedlichen Medien - in Zeichnung, Skulptur und Installation - verschiedene Facetten des abstrakten Begriffs "Wissen". Wo und wie entsteht Wissen, wo ist es angesiedelt und welche Hierarchien sind damit verbunden? Danz stellt Fragen nach der Objektivität unterschiedlicher Wissenssysteme und -modelle. In der Ausstellung gehen Objekte und Installationen diesen Fragen nach. Diese werden von Danz in ihren Performances aktiviert und in ihren Aufführungen mit Musik und Gesang - die Künstlerin ist ebenfalls Musikerin - eingebunden. Sämtliche in der Ausstellung gezeigten Arbeiten werden neu produziert - Installationen, Zeichnungen, Skulpturen und eine alle Medien zusammenfassende Performance. In Kooperation mit dem Kunstverein Göttingen.

Danz’ Auseinandersetzung mit Wissen als phänomenologischer Größe in unterschiedlichen Ausprägungen fußt auf zwei Aspekten, die sie gleichberechtigt nebeneinander stellt und immer wieder verzahnt: Sprache und Körper. Sprache findet sich in cube cell stage als Formel für eine einmal getroffene Übereinkunft der Kommunikation. Eine Übereinkunft, die das Potential von Kommunikationsweisen jenseits lateinischer Buchstaben und Satzzeichen außer Acht lässt und hierarchisch als einziger Weg proklamiert wird. Der Ort, an dem sich Sprache bildet, ist der menschliche Körper. In nahezu anthropologischer Manier und in der Tradition der body theory greift Danz in ihrer künstlerischen Produktion auf ihn zurück. Er dient ihr als Ausgangspunkt für die Bildung, Aneignung und Weitergabe von Wissen. Umgekehrt ist der Körper seit Jahrhunderten selbst Untersuchungsobjekt der Wissenschaft. In dieser Doppelrolle als Produzent und Reflexionsgegenstand fungiert er in der Arbeit von Danz. cube cell stage ist dementsprechend übersät mit anatomischen Darstellungen von menschlichen Organen und Gliedmaßen in allen Größen und Materialitäten. Es ist offensichtlich - in den Arbeiten von Mariechen Danz beginnt der Körper zu reden.

Der Auseinandersetzung mit der Gattung Performance kommt im Schaffen von Mariechen Danz eine besondere Rolle zu. Dementsprechend zeigt der letzte Raum von cube cell stage Dokumentationen einiger vergangener, inszenierter Sprach- und Gesangsperformances. Deren Entstehung ist ein langwieriger Prozess: Zunächst entwickeln sich Zeichnungen. Darauf folgen Skulpturen, Objekte und kulissenhafte Anordnungen. Die Performance selbst schließlich bildet den Schlusspunkt in Danz’ künstlerischem Vorgehen und hat die Aufgabe, die anderen Medien zusätzlich zu aktivieren. Allerdings kann sie, ganz im Gegensatz zu Zeichnung, Objekt oder Installation, innerhalb ihrer Arbeit nicht für sich allein stehen, sondern benötigt den Zusammenschluss der verschiedenen Gattungen. In cube cell stage wird Mariechen Danz gegen Ende der Ausstellung die in ihr vertretenen Einzelbestandteile in einer Performance neu zusammenfassen (Donnerstag, 24. Mai, um 19 Uhr).

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